Danach fragen Kunden Umgeblättert heute: „Unter den für den Deutschen Buchpreis nominierten Titeln gehört dieser zu den verspieltesten, formal anspruchsvollsten und zugleich zu den witzigsten“

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:

  • „Quecksilber schlägt Gold“: Als die Schätze in die Welt zogen: Felicitas Hoppe macht in Die Nibelungen aus einem alten Stoff mit größter Raffinesse ein reines literarisches Vergnügen. „Das Nibelungenlied, um 1200 verfasst und seit etwa 200 Jahren der bekannteste mittelalterliche Stoff neben der Artus-Legende, ist Ausgangspunkt von Felicitas Hoppes Roman Die Nibelungen mit der aparten Gattungsbezeichnung „Ein deutscher Stummfilm“. Unter den für den Deutschen Buchpreis nominierten Titeln gehört er zu den verspieltesten, formal anspruchsvollsten und zugleich zu den witzigsten.“
    Felicitas Hoppe, Die Nibelungen. Ein deutscher Stummfilm (S. Fischer)
  • „Der Mond, ein abgelutschtes Bonbon“: Stimmt das? In seinem Roman Eine Privatsache lässt Beppe Fenoglio einen Partisanen am Allzumenschlichen verzweifeln. „Die Bildsprache ist fast expressionistisch, der Neorealismo überwunden. Entscheidender aber noch ist die Abkehr auf inhaltlicher Ebene. Die Resistenza bei Fenoglio ist keine homogene Gegenkraft zum Faschismus, sondern ein fragiles Sammelbecken.“
    Beppe Fenoglio, Eine Privatsache (aus dem Italienischen von Heinz;  Wagenbach Verlag)
  • „Telefon zum Himmel“: In der Septembersonne, eight miles high: Georg Kleins wunderbarer Roman Bruder aller Bilder. „Bei aller Ironie und Rätselhaftigkeit setzt sich in diesem wunderbaren Buch dennoch ein diffuses Gefühl der Wärme und Güte durch. Es schildert eindrücklich, was es heißt, ständig mit der konkreten Vorstellung jener zu leben, die nicht mehr da sind, als wären sie doch noch da, als schauten sie einem über die Schulter und gäben – nicht immer hilfreiche – Ratschläge.“
    Georg Klein, Bruder aller Bilder (Rowohlt Verlag)

  • „‚Talent geht nicht mit Moral einher'“: Leïla Slimani über den Mord am Frauenbild und die Frage, wie politisch korrekt Literatur sein muss. “
    Man sollte als Künstler das Recht haben zu schockieren. Es ist nicht interessant, ein Buch zu lesen, dem man voll und ganz zustimmt, in dem alle gut und nett sind. Wir müssen auch die finstere Seite der Menschheit darstellen. Aber viele Autoren haben Angst, mit ihren Charakteren verwechselt zu werden.“
  • „Die Dichter und ihre Paten“: Jan Eike Dunkhases fabelhafte Institutionengeschichte des Literaturarchivs Marbach. „Dunkhases Darstellungsprinzip, die Institutionengeschichte von Museum und Archiv im Blick auf prägende Akteure zu verdichten, bewährt sich.“

    Jan Eike Dunkhase, Provinz der Moderne. Marbachs Weg zum Deutschen Literaturarchiv (Klett Cotta)

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