Danach fragen Kunden Umgeblättert heute: Wer das nicht liest, „verpasst die Essenz des Lebens“

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:

  • „Jedes Gedicht eine Überraschung“: Christian Ebbertz macht deutschen Lesern die gesamte Lyrik der großen Dichterin Karin Boye zugänglich – ohne Schwedisch zu können. „Hier schreibt eine innerlich zerrissene Frau, für die das Schreiben seit jeher auch ei­ne Über­lebensstrategie gewesen zu sein scheint, eine Suchende, die seit ihrer Ju­gend von einer Lebenskrise in die andere rasselt und sich nicht zuletzt fragt, wie ihr Glaube und ihre Bisexualität zu­sammenpassen.“
    Karin Boye, Sämtliche Gedichte (aus dem Schwedischen von Christian Ebbertz; Razamba-Verlag)
  • „Die Kleinen tun euch ja nichts“: Ist der Mann Mensch oder Fliege? E.T.A. Hoffmanns Märchen Das fremde Kind verteidigt den phantastischen Blick. „Nun ist eine Ausgabe des Märchens bei Secession erschienen, illustriert von Katina Peeva, die besonders für die dunklen Seiten des Textes eindrucksvolle Bilder gefunden hat. (…) Dabei belässt es der Verlag aber nicht, der seinen Kunden ‚ein multidimensionales Erleben des Gesamtkunstwerks ermöglichen‘ möchte, bestehend aus Text, Bildern und Klang: Wer mit dem Smartphone einen QR-Code im Buch scannt, gelange ‚in den Genuss der Musik‘, die als ‚Klangumgebung‘ für die Lektüre fungiert. Mit dem Genuss ist das so eine Sache.“
    E. T. A. Hoffmann, Das fremde Kind (mit Bildern von Katina Peeva;  Secession Verlag)
  • „Die größte Margaret der kanadischen Literatur“: Auch die berühmte Kollegin Atwood ist der Meinung, dass Margaret Laurence die beste Romanautorin ihres Landes ist. Nun erscheint auf Deutsch Eine Laune Gottes. „Will oder kann man aus der reichhaltigen und vielseitigen kanadischen Literatur des zwanzigsten Jahrhunderts nur ei­ne Autorin lesen, so muss es Margaret Laurence sein. Wer es nicht tut, verpasst die Essenz des Lebens.“
    Margaret Laurence, Eine Laune Gottes (aus dem kanadischen Englisch von Monika Baark; Nachwort von Margaret Atwood; Edition Eisele)

  • „Unbewusste Kräfte“: Der englische Historiker Ian Morris zieht die großen Linien. Ein Gespräch über „Big History“, den Brexit, China und Putin.
    Ian Morris, Geographie ist Schicksal. Machtkampf zwischen Großbritannien, Europa und der Welt – eine 10 000-jährige Geschichte (übersetzt von Stephan Gebauer; Campus)
  • „Eine große Kälte in meinen Gedanken“: Der erste Roman des Münchner Lokalpolitikers Marian Offman gibt tiefe Einblicke in das jüdische Leben nach der Shoah. „Offman ist ein begabter Erzähler, und auch wenn es natürlich schon viele Bücher über den Neuanfang der jüdischen Gemeinden in der jungen BRD gibt, sind seine Erinnerungen an die ersten Jahre, erzählt aus der Perspektive des Kindes und des Halbwüchsigen, von berührender Eindringlichkeit.“

    Marian Offman, Mandelbaum (Volk Verlag)

  • „Im Geist des Revanchismus“: Wie Comic-Verleger Rolf Kauka Asterix germanisierte. „Fürst der Füchse nennt Bodo V. Hechelhammer seine Biografie, aber von fürstlichem Stil und feudaler Großzügigkeit ist in diesem eher verklemmten deutschen Comic-Pionier-Leben nichts zu spüren.“
    Bodo V. Hechelhammer, Fürst der Füchse – Das Leben des Rolf Kauka (LangenMüller)

 

  • „‚Das Sanfte zartet aus'“: In Manfred Peckls Buch Salz auf die Wunder sprudeln und strudeln die Worte und Bilder. „Und obwohl der Vortrag an Dringlichkeit kaum zu überbieten ist, gerät man in einen Sog, der auch als meditativ empfunden werden kann; in dem sich die Worte von ihrem Sinn lösen und neue Zusammenhänge bilden. Überforderung als Konzept.“
    Manfred Peckl, Salz auf die Wunder. Künstlerbuch (starfruit publications)
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