Danach fragen Kunden Umgeblättert heute: „Wunderbar bösartig und zugleich saukomisch“

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:

  • „Ihn treibt der Dämon der Sehnsucht“: Andrzej Stasiuks Beskiden-Chronik versammelt die Kolumnentexte des polnischen Schriftstellers. „Hier spricht Stasiuk als Feuilletonist (wie man in Polen Kolumnisten im allgemeinen nennt). Die Texte, fast alle nur drei bis vier Seiten lang, sind in den letzten Jahren im Krakauer Tygodnik Powszechny (Allgemeines Wochenblatt) erschienen.“
    Andrzej Stasiuk, Beskiden-Chronik. Nachrichten aus Polen und der Welt (Suhrkamp Verlag)
  • „Eine antiwilhelminische Donquichotterie“: Der Berg ruft, und der Prophet gibt klein bei: Arnold Stadler reist zum Kilimandscharo und setzt dessen erhabenem Pathos ein kleines, schiefes Ich entgegen. „Das ist wunderbar bösartig und zugleich saukomisch.“
    Arnold Stadler, Am siebten Tag flog ich zurück. Meine Reise zum Kilimandscharo (Verlag S. Fischer)
  • „Der Aufstand der Besserwisser“: Expertisen sind nicht alles: Alexander Bogner über Macht und Ohnmacht des Wissens in der Demokratie. „Der Autor will selbstredend nicht bestreiten, dass es etwa in den Kontroversen um die richtige Klimapolitik auch um Wissens- und Tatsachenfragen zu tun ist, um belastbare wissenschaftliche Erkenntnisse. Aber er hält die Fixierung auf diese Fragen für fatal, weil dadurch verdeckt werde, dass der Streit sich letztlich darum drehe, wie wir leben und zusammenleben wollen.“
    Alexander Bogner, Die Epistemisierung des Politischen. Wie die Macht des Wissens die Demokratie gefährdet (Reclam Verlag)

  • „Man wird nicht als Ostler geboren“: Wie man über den Osten spricht und denkt, wird nach wie vor im Westen entschieden. Die Ungleichheit bleibt skandalös. Noch niederschmetternder ist nur: Es gibt keine Tendenz zur Angleichung. Der Text ist eine gekürzte Version von Ingo Schulzes Rede zur Verleihung des Kunstpreises der Stadt Dresden. Demnächst erscheint der Band Dresden wieder sehen im Wallstein-Verlag.
  • „Marter seiner Nächte“: Ein Hörbuch über Heinrich Heine in der Matratzengruft. „Aus zwei Gründen ist das Hörbuch „Matratzengruft. Heinrich Heine“ des kleinen Vocalbar-Verlags empfehlenswert. Es stellt den Auszügen aus dem Werk Heines die Berichte seiner Zeitgenossen an die Seite, in denen der Schwerkranke und Sterbende auf berührende Weise Gestalt gewinnt und zugleich der Spötter und Sprachvirtuose, der nach wie vor in ihm steckt. Und es bringt durch die rhetorische Darbietung den Facettenreichtum der Ich-Figur des Dichters in der Matratzengruft zu Gehör.“
    Heinrich Heine, Matratzengruft (Vocalbar-Verlag)

 

 

  • „Die absolute Macht über Leben und Tod“: Nüchtern und deshalb umso eindringlicher schildert der US-Historiker David G. Marwell das mörderisch banale Leben des KZ-Arztes Josef Mengele. /David G. Marwell: Mengele. Biographie eines Massenmörders (wbg Theiss)

 

Kommentare (0)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.