Danach fragen Kunden Umgeblättert heute: Zum Tod von Mirjam Pressler

Umgeblättert heute: Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:

 

  • „Der Sinn liegt verborgen wie das eiserne Kästchen“: Franz Josef Czernin „verfolgt ein romantisches Projekt der Weiterentwicklung des Märchens“: „Czernins genauer und neugieriger Blick rückt wiederum die romantischen Vorlagen in ein neues, überaus reizvolles Licht.“
    Franz Josef Czernin, Der goldene Schlüssel und andere Verwandlungen (Matthes & Seitz)
    Franz Josef Czernin, Das andere Schloss (Matthes & Seitz)

    „Wir haben keine Sicht, aber immerhin eine Leiter“: Lavinia Greenlaws Gedichte charakterisiert ein „spezifischer Begriff von Schönheit“: „Schön ist, wenn Welt, Sprache udn Körper sich in einer gemeinsamen Bewegung vereinen oder vielleicht auch nur zufällig überlagern. Dann entstehen aus Greenlaws Sicht poetische Momente von höchster Intensität.“
    Lavinia Greenlaw, Eine Theorie unendlicher Nähe (Edition Lyrik Kabinett bei Hanser)

  • „Chronisch krank und bibelfest“: Auf den Lebensspuren von Bertolt Brecht: „Ob es um Brechts Bibelfestigkeit geht, seinen inszenatorischen Kontrollzwang oder seine politischen Sympathien – stets lässt der Autor seinen Lesern das solife Fundament, auf dem seine Interpretationen gebaut sind, nachvollziehen. Das macht Parkers Lust am Hinterfragen im Brechtschen Sinne so ansteckend.“
    Stephen Parker, Bertolt Brecht (Suhrkamp)
  • „Ein Leben aus Sprache“: Zum Tod der Kinderbuchautorin und Übersetzerin Mirjam Pressler: „Wer ein solches Verhältnis zur Sprache entwickelt, wird beim literarischen Schreiben länger und skrupulöser nach dem richtigen Ausdruck suchen, weil er sich bewusst ist, was davon abhängt. Zugleich aber wird er dem Erzählen mehr zutrauen als andere, vor allem was das Entwickeln einer eigenen Perspektive auf die Welt durchs Lesen angeht – entsprechend hoch ist dann die Verantwortung des Autors.“

  • „Die feinen Nuancen finden“: Zum Tode der Schriftstellerin und Übersetzerin Mirjam Pressler: „Im eigenen Schreiben zeigte sich ihr starkes Interesse für Außenseiter, für beschädigte Kindheiten, aber eben auch für Menschen, die ein vermeintliches Schicksal wenden können.“
  • „Der große vaterländische Rückschritt“: Masha Gessen hat eine „individuelle Chronik des postsowjetischen Russlands“ verfasst: „Diese persönliche, verengte Sicht auf die Geschehnisse hat nichts mit politischer Analyse zu tun, sie ist ein Kunstgriff, der eine bestimmte Einsicht ermöglicht: nachzuvollziehen, wie es sich für vernunftbegabte, selbstdenkende Menschen anfühlen muss, wenn das eigene Land sich rapide rückwärts entwickelt.“
    Masha Gessen, Die Zukunft ist Geschichte. Wie Russland die Freiheit gewann und verlor (Suhrkamp)

  • „Hat man 1964 schon ‚Sex haben‘ gesagt?“: Sieben ÜbersetzerInnen erzählen aus der Werkstatt. Isabel Bogdan: „Wenn es gut läuft, ist gemeinsames Übersetzen immer befruchtend und inspiriererend. Dafür braucht man aber wenigstens ein bisschen Zeit.“
  • „Im Zwischenreich“: Ein Besuch bei den niederbayerischen Perchten, die das Leben, worüber Teresa Präauer einen Essay verfasst hat: die Tierwerdung. „Präauer lässt die Ideen, Figuren und Tiere wie Blitze vor dem geistigen Auge aufscheinen. Alles Weitere überlässt sie der Fantasie. Geh hin und erfahre es selbst, könnte das heißen, die Sinne machen das Denken erst greifbar.“
    Teresa Präauer, Tier werden (Wallstein Verlag)
  • „Dem Glück einen Stuhl hinstellen“: Die „unermüdliche“ Schriftstellerin und Übersetzerin Mirjam Pressler ist im Alter von 78 Jahren gestorben: „Happy End bedeutete für sie, das die Leser von ihren Helden Überlebensstrategien für den Alltag lernen. Sie erzählt ihnen, wie es gelingen kann, in einer Welt zu leben, die sie nicht verändern können.“

 

 

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