Auszeichnungen Der Große Preis des Deutschen Literaturfonds geht an Annette Pehnt

Annette Pehnt erhielt den mit 50.000 Euro dotierten Großen Preis des Deutschen Literaturfonds. Der Preis wurde zum vierten Mal vergeben. Die feierliche Preisverleihung fand im Literarischen Colloquium Berlin statt.Ein Videomitschnitt der Preisverleihung ist in Kürze auf dem YouTube-Kanal des Deutschen Literaturfonds sowie unter www.deutscher-literaturfonds.de verfügbar.

Annette Pehnt (c) Peter von Felberg

 Am heutigen Abend wurde die Schriftstellerin Annette Pehnt für ihr Gesamtwerk mit dem Großen Preis des Deutschen Literaturfonds ausgezeichnet.

Kulturstaatsministerin Claudia Roth: „Mit dem Großen Preis des Deutschen Literaturfonds erfährt Annette Pehnt die gebührende Hochachtung für ihr beeindruckendes Gesamtwerk und für ihren aktuellen Roman ‚Die schmutzige Frau‘. Oft wirkt ihre Sprache beim ersten Lesen geradezu lakonisch. Im weiteren Verlauf erweist sie sich jedoch stets als Beleg der genauen Beobachtungsgabe Annette Pehnts und ihrer Fähigkeit, gerade die Szenen des Zwischenmenschlichen im Familienleben, in Freundschaften oder im Arbeitsalltag zu schildern. Damit hat sie ihr treues Lesepublikum immer wieder in unterschiedlichen literarischen Formen begeistert, vor allem mit ihren Romanen, ebenso wie mit ihren Erzählungen und Kinderbüchern. Zu dieser besonderen Ehrung gratuliere ich Annette Pehnt sowie allen weiteren Preisträgerinnen und Preisträgern des heutigen Abends herzlich.“

Susanne Fischer vom Vorstand des Deutschen Literaturfonds würdigte die Preisträgerin mit folgenden Worten:

„Annette Pehnt ist eine herausragende Schriftstellerin, die mit hohem formalem Anspruch schreibt. Souverän verbindet sie unterschiedliche Erzählerstimmen in einem Werk, manchmal sogar Vers und Prosa, wie in ihrem jüngsten Werk ‚Die schmutzige Frau‘. Die Autorin, die oft mit knappen Sätzen atmosphärische Dichte schafft, schreibt dort auf ebenso amüsante wie abgründige Weise über das Schreiben. Ihre Leserinnen und Leser bewegen sich auf dünnem Eis: Nie sind Pehnts Geschichten ganz auszuloten, nichts geht eins zu eins auf. Die Lektüre bleibt bis zur letzten Seite ein Abenteuer.

Wir gratulieren Annette Pehnt zum Großen Preis des Deutschen Literaturfonds, mit dem ausschließlich Stipendiaten und Stipendiatinnen des Literaturfonds ausgezeichnet werden. Mit der großzügigen Unterstützung der Kulturstaatsministerin ermöglichen wir jedes Jahr Autorinnen und Autoren, in Ruhe an ihren Werken zu arbeiten.“

 

Die Laudatio auf Annette Pehnt hielt die Literaturkritikerin und Kulturwissenschaftlerin Christine Lötscher.

Den mit 20.000 Euro dotierten Paul-Celan-Preis erhielten Holger Fock und Sabine Müller für ihr übersetzerisches Gesamtwerk. Dazu Susanne Fischer:

„Mit großer Freude überreichen wir den Paul-Celan-Preis an Holger Fock und Sabine Müller, die gemeinsam Werke so wichtiger Autoren wie Matthias Énard, Alain Mabanckou, Patrick Deville, Sylvain Tesson, Érik Orsenna und Jean Rolin aus dem Französischen übertragen haben. In jüngster Zeit übersetzten sie den komplexen Roman ‚Die geheimste Erinnerung der Menschen‘ des preisgekrönten senegalesischen Autors Mohamed Mbougar Sarr meisterhaft und ermöglichen so dem deutschen Lesepublikum die Lektüre dieses spannenden und komplexen Werks.“

 Die Laudatio auf Holger Fock und Sabine Müller hielt die Romanistin Cornelia Ruhe.

Im Rahmen der Preisverleihung wurde ebenfalls der mit 5.000 Euro dotierte Kranichsteiner Literaturförderpreis an Grit Krüger vergeben. Zudem wurden die Auslands-Stipendien des Deutschen Literaturfonds überreicht: Jens Sparschuh wurde mit dem New-York-Stipendium und Anja Kampmann mit dem London-Stipendium ausgezeichnet.

 

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