Marina Barth erinnert in ihrem Roman "Lumpenball" an die Kölner Puppenspielerin „Kölsche Kippa Köpp“-Sessionsorden erinnert an Fanny Meyer

Sessionsorden, der an die Kölner Puppenspielerin Fanny Meyer erinnert (Foto: Kölsche Kippa Köpp e.V.)

Diese Woche startet in Köln der Straßenkarneval unter dem diesjährigen Motto „Wat e Theater – Wat e Jeckespill“. Der einzige jüdische Karnevalsverein Deutschlands, „Kölsche Kippa Köpp“, hat passend dazu einen Sessionsorden herausgebracht, der an die Kölner Puppenspielerin Fanny Meyer erinnert.

Sie gehörte von 1929 bis 1935 zum Ensemble des Hänneschen-Theaters musste ihren Arbeitsplatz jedoch auf Druck der Nationalsozialisten verlassen, denn ihr Vater war jüdischen Glaubens. Lange Zeit war unklar, welches Schicksal die junge Frau ereilt hatte. Erst 80 Jahre später gelang es Autorin Marina Barth, Chefin des Kölner Klüngelpütz-Theaters, mehr herauszufinden: Vom Sammellager in Köln-Müngersdorf wurde Fanny Meyer in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert und dort ermordet. Marina Barth erinnert in ihrem Roman Lumpenball, der 2017 im Emons Verlag erschienen ist, an Fanny Meyer und erzählt die bewegende Lebensgeschichte der progressiven Kölnerin in einer fiktiven Biografie und liefert einen schonungslosen Blick auf Köln im Dritten Reich als einer Hochburg des nationalsozialistischen Eifers.

Und darum geht es in Lumpenball: „Köln in den 1930er Jahren: Das Nachtleben sprüht vor Freizügigkeit und Kreativität. Frauen entdecken Selbstbestimmtheit und Kreativität. Die quirlige Künstlerszene dreht dem bürgerlichen Karneval auf ihren ‚Lumpenbällen‘ eine lange Nase und bildet einen Gegenpol zur sich radikalisierenden politischen Stimmung. Für die junge Fanny, Puppenspielerin am Hänneschen-Theater, wird es ihr erster und letzter Lumpenball sein, denn ihre Welt verändert sich über Nacht dramatisch.“

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