Veranstaltungen 1. Fechenheimer Literaturfestival

Jasmin Ehrlich, Katja Lehmann und
Elke Dippel im Drachenkostüm,
es ist mit Fechenheimer Wappen bedruckt

Gestern fand in Frankfurt-Fechenheim das 1. Fechenheimer Literaturfestival statt. Von 14 Uhr bis 22 Uhr lasen 22 Autorinnen und Autoren an fünf verschiedenen Orten.

Seit fünf Jahren organisiert Elke Dippel in der Café Lounge Jasmin, deren Inhaberin ihre Tochter Jasmin Ehrlich ist, Kulturveranstaltungen. „Wir haben seit Übernahme des Cafés das Konzept verfolgt, den Leuten neben Speisen und Getränken auch Kultur anzubieten. Mit Ausstellungen, Musik und Lesungen wollen wir vor allem Nachwuchskünstler fördern und hier in Fechenheim ein kulturelles Zeichen setzen“, erklärt Elke Dippel.

Mit der Organisation, bei der die Engagierte hauptsächlich von Bibliothekarin Katja Lehmann unterstützt wurde, haben die Frauen erst vor sechs Wochen begonnen. Plakate, Flyer und Internetmeldungen wiesen auf das Festival hin.

Zunächst erhofften sich Elke Dippel und Katja Lehmann Unterstützung von den angeschriebenen Verlagen. „Leider kam da keine Resonanz“, konstatiert Elke Dippel. Also wandten sie sich über Facebook an die Autorinnen und Autoren. „Wir waren von den Zusagen überwältigt“, lautet das Ergebnis. Und das, obwohl keine Honorare gezahlt wurden. Die Autorinnen kamen sogar aus Hamburg, München und Konstanz. „Wir können kein Geld für Lesungen ausgeben und wollen für die Veranstaltungen auch keinen Eintritt verlangen. Deshalb haben auch die großen Verlage keine offenen Ohren für uns“, weiß Elke Dippel.

Mit den beteiligten gastronomischen Einrichtungen wurden sich die Organisatorinnen schnell einig; einerseits kennt man sich untereinander im Quartier, andererseits sprach sich das Vorhaben in Windeseile herum.

Gerne hätten Elke Dippel und Katja Lehmann auch eine Buchhandlung einbezogen – doch die gibt es derzeit im Stadtteil nicht. Noch nicht. So übernehmen die Autorinnen und Autoren den Verkauf ihrer Bücher selbst in die Hände.

Die Themen orientierten sich ein bisschen an den Veranstaltungsorten. Das Festival startete mit einem bunt gemischten Programm um 14 Uhr bei den Initiatorinnen in der Café Lounge Jasmin. Hier wurde nachmittags im Hof ein Kinder- und Jugendprogramm angeboten, so trug zum Beispiel Marc Rybicki seine Kindergeschichte in Versform Wer hat den Wald gebaut, Eigenverlag, vor. Am Abend folgten Fantasy und Lyrik.

In der Traditions-Brauerei und Gaststätte Bier-Hannes, praktisch dem Tor zu Fechenheim, las beispielsweise Ewart Reder aus Die Liebeslektion, erschienen im Horlemann Verlag, Berlin. Im Roman, der im Stadtteil spielt, geht es um eine Geiselnahme; ein Schüler kidnappt seine Deutschlehrerin. Etwaige Ähnlichkeiten zu tatsächlichen Personen sollte man nicht suchen, unterstreicht Ewart Reder.

Im Eis Café Venezia las der Schauspieler Marco Jammermann verschiedene kurzweilige Texte, die mit Rom, Italien, Eis zu tun hatten, darunter auch eine Abwandlung des novelliertenWaffel-Gesetzes.

Um Horror und Vampire drehten sich die Lesungen im Restaurant Kastanie. Nina Sträter trug Auszüge aus Garvamore, der beste Single Malt der Welt, erschienen in der Anthologie Vampire Cocktail im erst in diesem Jahr von Grit Richter gegründeten Art Skript Phantasik Verlag, Salach vor. Grit Richter war übrigens die einzige anwesende Vertreterin von Verlagsseite.

In der Gaststätte Bootshaus begann um 18.30 Uhr die Krimistunde. Sehr vergnüglich beendete Helmut Barz hier den Abend mit einem spannend und witzig vorgetragenen Auszug aus African Boogie, erschienen im Sutton Verlag, Erfurt.

Das 1. Fechenheimer Literaturfestival war ein gelungener Anfang. Viele Autorinnen und Autoren erklärten sich nach ihren Auftritten sofort bereit, beim nächsten Mal wieder dabei zu sein.
Auch den Besuchern – zwischen zehn und 30 waren es bei den Lesungen, das entsprach in etwa auch den vorhandenen Plätzen – hat es gefallen. Ein erfolgreiches Experiment, das unbedingt fortgesetzt werden sollte. Darüber waren sich die Veranstalter einig. Und vielleicht lassen sich ja beim 2. Festival jene Gastronomen, die in diesem Jahr noch abwarten wollen, überzeugen.

JF

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