„Frankfurt liest“ sucht schon früh nach Ideen

Lothar Ruske, Klaus Schöffling

Am Freitag Abend hatten der Vorsitzende des Vereins Frankfurt liest ein Buch, Verleger Klaus Schöffling, und der Organisator des Lesefestes, Lothar Ruske, zu einem vorbereitenden Treffen und Informationsabend eingeladen.

Im Mittelpunkt der achten Auflage des Lesefestivals, das vom 24. April bis 7. Mai 2017 in der Mainmetropole stattfinden wird, steht der Roman Benjamin und seine Väter von Herbert Heckmann. Das Buch wird in einer Neuauflage mit einem Nachwort von Peter Härtling im Februar 2017 im Verlag Schöffling & Co. erscheinen.

Klaus Schöffling stellte den Autor Herbert Heckmann (1930 – 1999) kurz vor. Eine 2008 vom Hessischen Rundfunk zusammengestellte Sendung mit Originaltönen war in Auszügen zu hören.

Darin erzählte Heckmann, der in Frankfurt aufwuchs, dass er Dumas Der Graf von Monte Christo und Leonhard Eulers zahlentheoretische Arbeiten bei Bombenangriffen mit in den Luftschutzkeller genommen habe.

Legendär, so bemerkte Schöffling, seien nicht nur Heckmanns Bücher, darunter die Deutsche Dichterflora, 1980 unter dem Pseudonym Fritz Schönborn erstmals im Hanser Verlag publiziert, sondern auch seine Kochkünste, von denen Kollegen, Verleger und Freunde heute noch schwärmen.

Geplant seien, wie Ruske erläuterte, Veranstaltungen an der Hochschule für Gestaltung Offenbach, an der Heckmann von 1980 bis 1995 als Professor lehrte, an der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt, deren Präsident er von 1982 bis 1996 war, sowie in seinem letzten Wohnort Bad Vilbel.
Viel sei möglich, Heckmann habe knapp 50 Bücher veröffentlicht – darunter auch Koch- und Kinderbücher – und sei zudem als Herausgeber von Büchern und der Neuen Rundschau von 1963 bis 1979 im S. Fischer Verlag aufgetreten.
Heckmanns Familie habe ihre Unterstützung beim Lesefest schon zugesagt.

Das Buch Benjamin und seine Väter, das im Frankfurt der 1920er und 1930er Jahre spielt und 1962 erstmals bei S. Fischer veröffentlicht wurde, biete zahlreiche Anknüpfungspunkte. So könnten diverse Handlungsorte besucht, geschichtliche Hintergründe beleuchtet, Vorlieben für Musik, Kulinarisches, Mathematik und Literatur thematisch eingebracht werden.

In der anschließenden Diskussion wurden bereits Angebote unterbreitet; so soll es eine das Lesefest begleitende Ausstellung geben, Stadtspaziergänge, Lesungen, Zusammenarbeit mit Schulen.

Angeregt wurde eine Kooperation nicht nur mit Buchhändlern, sondern auch mit weiteren geeigneten Einzelhändlern, die ihre Schaufenster zur Aktion Frankfurt liest ein Buch besonders gestalten könnten.

Der Anmeldeschluss für Veranstaltungen ist der 18. November 2016.

JF

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