Juister Inselbuchhändler Thomas Koch und Autorin Sandra Lüpkes stiften Krimi-Stipendium / Krimi-Projekt „Tatort Töwerland“ bietet Schreibtischtätern ein perfektes Alibi

Eine winzige Insel in der Nordsee (Foto), abgeschnitten vom Festland, keine Fluchtmöglichkeit, nasskalter Sturm, einsame Spaziergänge in der Dämmerung… was

Tatort „Töwerland“

wie das Setting eines Thrillers klingt, wird ab diesem Winter für vier auserwählte deutschsprachige Krimiautoren zur Realität:

Das Stipendium-ProjektTatort Töwerland (plattdeutsch für Zauberland), welches von der Juister Autorin Sandra Lüpkes und dem Insel-Buchhändler Thomas Koch ins Leben gerufen und mit Unterstützung der Kurverwaltung Juist und der Autorenvereinigung Syndikat realisiert wurde, bietet in den Wintermonaten den literarischen Schreibtischtätern ein perfektes Alibi. Denn während sie auf dem Papier alle erdenklichen Verbrechen begehen, können sie jeweils für 14 Tage auf der Nordseeinsel Juist leben.

Aus bislang rund dreißig Bewerbungen wurden nun die ersten vier Verdächtigen eingeladen. Die Jury hat bei ihren Entscheidungen viel Wert darauf gelegt, eine möglichst große Bandbreite an Kriminalliteratur auszuwählen. Die ersten vier Stipendiaten stehen jetzt fest:

Im Dezember wird der „Vater“ des Münsteraner TV-Detektiven Wilsberg auf Juist weilen:

Jürgen Kehrer

Jürgen Kehrer, der mehr als zwanzig Romane geschrieben hat und dessen Bücher bereits mehr als 400.000 mal verkauft wurden, freut sich schon, wenn die Abgeschiedenheit der Insel im Winter ihn zum Schreiben „zwingen“ wird. Ein neuer Wilsberg soll es werden, mehr sei vorerst noch nicht verraten.

Im neuen Jahr wird die Hamburger Autorin und Journalistin Regula Venske ihr Unwesen treiben. Derzeit noch für Langeoog schwärmend, kann sie es kaum erwarten, die Krimiinsel Juist kennen zu lernen. Im Gepäck hat sie das Manuskript für eine moderne Version eines Goethe-Klassikers, zudem juckt es sie jetzt schon in den Fingern, einen Juister Kurzkrimi zu schreiben.

Im Februar freuen sich die Insulaner, mit der Hamburgerin Simone Klages eine bekannte Kinderbuchautorin und Illustratorin auf das „Töwerland“ zu locken. Sie wird die Tage auf der Insel nutzen, um eine weitere Folge ihrer Kinderkrimiserie „Die Detektive von Cismar“ zu schreiben. Im März wir der Münchner Autor und Jazzmusiker Martin Spiegelberg den Winter 2004/2005 kriminell abschließen. Er war mehrere Jahre Komponist und Ensemblemitglied der „Lach- und Schießgesellschaft“ und wird im hohen Norden an der Fortsetzung seines ersten Romans schreiben.
Derzeit sind die sponsernden Vermiet- und Gastronomiebetriebe als Gastgeber begeistert mit von der Partie. „Wenn sich die Idee einer Krimi-Insel erst einmal etabliert hat, werden wir vielleicht noch mehr Autoren nach Juist einladen können“, hofft Initiatorin Sandra Lüpkes.

Ein schöner Nebeneffekt ist die Bereitschaft der Autoren, während ihres Aufenthaltes eine zusätzliche Veranstaltung für Juister Kinder anzubieten. So wird es von Dezember bis März spannende und kreative, lehrreiche und musikalische Workshops und Lesungen für die Inselschüler geben.

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