Martina Kraus über ihre Eichborn-Reise nach Botswana

Im Juli hatten wir gemeldet, dass Martina Kraus (Foto), Leiterin der Buchhandlung RavensBuch in Friedrichshafen, beim Eichborn Verlag eine Safari durch die Kalahari, zu den Spielorten des Romans Kubu und der Tote in der Wüste von Michael Stanley gewonnen hat [mehr…]. Zehn Tage lang war Martina Kraus unterwegs. Inzwischen ist sie wieder gut in Friedrichshafen gelandet und hat uns ihre Eindrücke geschrieben.

Hier der Wortlaut ihres Reiseberichts (Fotostrecke am Ende des Textes):
Dumela! Dumela!
Auf den Spuren von Kubu
Überraschender Telefonanruf
Abenteuer beginnen ja bekanntlich schon im Kopf und so folgte ich beim Lesen der neuen Krimireihe den Spuren Kubus in die Savanne und Kalahari Wüste Botswanas, schon lange bevor der Anruf aus dem Eichborn Verlag mir einen unvergesslichen Aufenthalt in eben jener Wildnis bescheren sollte. Nach dem überraschenden Telefonanruf von Frau Ebeling, die mir zu der Reise gratulierte, konnte also mein reales Abenteuer beginnen. Verheißungs¬volle Namen kamen ins Gespräch, Kasane, Maun, Chobe, Savuti, Moremi. War hier nicht auch schon David Linvingstone Mitte des 19. Jh. auf Erkundungstour gewesen? Der E-Mail-Kontakt mit den Organisatoren vor Ort versprach Abenteuer pur. Gilt doch Botswana als Afrikas bestgehütetes Geheimnis – grandiose Wildnis, unendliche Weiten und eine schier unglaubliche Tierwelt. Und so begann Ende Juli mein bisher größtes Abenteuer.

Die Reise beginnt
Nach einer langen, aber doch recht entspannten Anreise, erreichen wir unseren Ausgangsort der Safari – Kasane, im Norden Botswanas gelegen, direkt an der Grenze zu Zambia, Zim-babwe und Namibia. Hier lag einmal die Hauptstadt der Kololo, einem längst verschwunde¬nen Volk, das 1855 David Livingstone zu den nahegelegenen Viktoriafällen führte. Da die eigentliche Safari erst in zwei Tagen beginnen soll, verbringen wir zur Einstimmung herrliche Tage in einer direkt am Chobe River gelegenen Lodge. Warzenschweine und Zebraman-gusten sind unsere täglichen Zaungäste. Hoffnungsvoll spähen wir mit unseren Ferngläsern zu den Uferwäldern – stehen dort nicht schon die ersten Elefanten? Nein, es ist wohl eine Sinnestäuschung. Doch die Begegnung mit den sanften Riesen sollte nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Nach zwei entspannten Tagen in Kasane ist es dann soweit – Godfrey, unser Tourguide für die nächsten acht Tage, holt uns von der Lodge ab. Unsere „Reisegruppe“ ist mehr als übersichtlich. Neben meiner Partnerin sind da noch Lena und Helena, zwei Schwedinnen aus Stockholm. Und so brechen wir hoffnungsvoll und voller Abenteuerlust in die Wildnis auf.

Erste Tierbegegnungen
Zur Einstimmung gibt es eine mehrstündige Bootstour am Chobe River, jenem sanft fließenden Fluss, der sich über mehrere hunderte Kilometer aus dem angolanischen Hochland seinen Weg bahnt, sich immer wieder verzweigt und dabei, je nach Land seinen Namen wechselt, sich im 900 qkm großen Linyanti Sumpfgebiet verliert um sich schließlich als Chobe River bei Kasane mit dem Sambesi zu vereinen.

Hier, in den weiten Schwemmgrasflächen und ihren schwimmenden Inseln aus Riedgras, sehen wir die ersten Vertreter der afrikanischen Wildnis: Kormorane, Reiher Schlangen-halsvögel, Schreiseeadler und ist da nicht auch ein Krokodil? Ja, diesmal ist es keine Sinnestäuschung. Mächtig, mit stoischer Ruhe, vollkommen bewegungslos liegt in greifbarer Nähe ein Nilkrokodil. Mit gebührendem Respekt beobachten wir die fünf Meter lange Echse. Wissen wir doch, dass diese so behäbig wirkenden Tiere blitzschnell angreifen können. Und die spitzen, überstehenden Zähne tun ihr Übriges.

Wenig später sichten wir die ersten Flusspferde. Träge lassen sich diese geselligen Tiere im Wasser treiben. Und endlich, am Ufer zwischen Muombo- und Mopanewäldern stehen sie – die größten Landsäugetiere der Welt, das Symbol Afrikas – Elefanten. Nie werde ich diesen ersten Anblick vergessen. Beeindruckend sind sie, diese friedlichen und mit ihrem ausge-prägten Sozialverhalten agierenden Tiere. Bis zu siebzehn Stunden verbringen sie täglich mit der Nahrungsaufnahme und legen auf ihren Streifzügen nicht selten 500 km zurück. Auf der ganzen Reise zählen sie zu meinen „Lieblingen“.

Campleben
Kann es nach diesen ersten Stunden wirklich noch aufregender werden? Ja, denn erst jetzt beginnt das wirkliche Abenteuer. Die nächsten Tage verbringen wir mitten in der Wildnis: Zelt, Busch-Dusche, Essen kochen überm offenen Feuer. Weit weg von der Zivilisation vermisst niemand sein Handy. FAZ und ZEIT sind auch nicht angesagt. Die Welt um uns herum existiert nicht mehr, wir sind fasziniert von der Stille und der Vielfalt der Natur. Wir lernen, die Natur zu „hören“. Nachts streifen Schakale ums Zelt, Nilpferde und Elefanten statten uns einen Besuch ab und in unmittelbarere Nähe zum Camp verständigen sich Löwen über ihren nächsten Beutezug. Noch nie habe ich den Himmel über mir so klar und voller Sterne gesehen. Kein künstliches städtisches Licht trübt den Blick. Die Milchstraße hängt wie ein schweres, weißes Band über dem Camp.

„Good Morning, warm water is here“
Unsere Tage beginnen um 6 Uhr mit der morgendlichen Begrüßung: „good morning, warm water is here“. Eine kurze Erfrischung im Busch-Waschbecken, schnelles Frühstück und schon geht es los. Godfrey ist ein großartiger Spurenleser und so kommen wir in den Genuss unvergesslicher Tierbeobachtungen: Leoparden und Löwen, Zebras und Giraffen, Büffel, Impalas, Kudus, unzählige Vögel, selbst eine grüne Mamba, eine hochgiftige Schlange, entkommt dem geübten Blick Godfreys nicht. Und immer wieder Elefanten. Mal einen einzelnen Bullen, dann wieder große Herden, die sofort ihren Nachwuchs schützend umgeben. Am Abend lassen wir am Lagerfeuer all diese Eindrücke Revue passieren und lauschen den aufregenden Geschichten unseres Tourguides.

Afrika pur
Viel zu schnell vergehen die Tage. Nach einem Aufenthalt im Chobe Nationalpark fahren wir weiter in das legendäre Savuti-Gebiet. Mit seinem extrem trockenen Klima und der spär¬li¬chen Vegetation gilt diese Gegend als „Afrika pur“. Härte und Romantik ist vielleicht die beste Bezeichnung. Einzelne Akazien ragen aus der flachen Grassavanne, hie und da finden sich kleine Inselberge und Elefantenherden durchziehen die Gegend nach Wasser. Heiße Tage gehen über in eiskalte Nächte und nirgendwo sonst sind die Sonnenuntergänge so grandios.

Alles Gute hat leider auch mal ein Ende und so fahren wir weiter nach Süden durch das Moremi Wildlife Reserve dort wo sich „Land und Delta“ treffen. Die Sandpiste schlängelt sich durch sumpfigen Lagunen und die sanfte Baumsavanne. Und bald schon hat uns die Zivilisation wieder. Endpunkt der Reise ist die Safarihauptstadt Maun am Thamalakane River. Zwei Tage verbringen wir noch in einer Lodge direkt am Flussufer, genießen die Sonnenuntergänge und die Gastfreundschaft.

Nach unglaublich ereignisreichen Wochen verlassen wir schweren Herzens eine Region voller landschaftlicher Kontraste, unvergesslicher Tierbegegnungen, freundlicher und hilfsbereiter Menschen. Und wir wissen – eines Tages werden wir hierher zurückkehren, auf ein neues Abenteuer – und mit einen neuen Abenteuer von Kubu „dem besten Polizisten Botswanas“. Sala Sentle! Auf Wiedersehen!

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