Wien: Ruth Klügers Autobiografie „weiter leben“ wird 100.000 mal verschenkt

Zum Gedenken an den „Anschluss Österreichs“ am 13. März 1938 bringt die Aktion „Eine STADT. Ein BUCH.“ im November Ruth Klügers Autobiografie „weiter leben“

Als Hitler am 15. März auf dem Heldenplatz in Wien unter dem Jubel Zehntausender „den Eintritt meiner Heimat in das Deutsche Reich” feierte, war Ruth Klüger gerade einmal 6 Jahre alt, lag mit einer Halsentzündung im Bett und hörte Chöre von Männerstimmen „Heil Hitler“ schreien. Ihr Kindermädchen murrte: „Wenn die da unten heiser wer’n, kriegen’s von mir keinen Kamillentee.“

Das Leben des jüdischen Mädchens änderte sich radikal, es war mit einem Schlag in Wien unerwünscht, verlor die Wohnung, musste die Schule wechseln und durfte nicht mehr ins Kino. Mit 11 kam Ruth Klüger nach Theresienstadt. Wie durch ein Wunder überlebten sie und ihre Mutter auch die Internierung in Auschwitz. Nachzulesen in ihrer 1991 erschienenen Autobiografie „weiter leben. Eine Jugend“ (Wallstein Verlag), ein Buch das überraschend ein Bestseller wurde (Auflage: 250.000 Exemplare). Kritiker und Leser lobten das Werk einhellig.

„Eine STADT. Ein BUCH.“ aus dem Echo Medienhaus bringt jetzt „weiter leben“ zum Gedenken an den Anschluss vor 70 Jahren in Wien. In der Woche vom 17. bis 24. November werden 100.000 Gratisbücher in Wiener Buchhandlungen, Büchereien, Kaffeehäusern und bei der Buch Wien auf dem Messegelände verteilt. Ruth Klüger wird am 24. November bei einem Empfang durch den Wiener Bürgermeister Michael Häupl geehrt.

Klügers „weiter leben“ ist das siebente Buch der von Bürgermeister Häupl unterstützten Aktion „Eine STADT. Ein BUCH.“. Bisherige Titel in der Reihenfolge ab 2002 waren: Frederic Morton: „Ewigkeitsgasse“, Imre Kertész: „Schritt für Schritt“, Johannes Mario Simmel: „Das geheime Brot“, John Irving: „Laßt die Bären los!“, Toni Morrison: „Sehr blaue Augen, Nick Hornby: „Fever Pitch“.

Die Aktion im Internet: www.einestadteinbuch.at

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