"Wertige Ausstattung braucht einen glatten Preis" Auch Gmeiner stellt auf glatte Preise um – warum?

Jochen Große Entrup: Künftig nur noch glatte Preise

Gestern hat der Gmeiner Verlag bekanntgegeben, dass auch er ab  dem kommenden Herbst-programm auf glatte Preise umstellen werde. Damit reagiere der in Meßkirch ansässige Verlag auf die Wünsche des Buchhandels, in dem er  auf „die ärgerlichen 99-Cent-Preisendungen“ verzichte.  Das war Anlass für Fragen an Gmeiner-Vertriebsleiter Jochen Große Entrup:

Warum jetzt diese Entscheidung? Ist das nur ein Marketing-Gag, weil das Thema gerade „in“ ist?

Jochen Große Entrup: Nein, das war schon eine ernsthafte Entscheidung, die wir uns auch nicht leicht gemacht haben. Klar, wir machen uns hier im Verlag im Lektorat und im Marketing viel Gedanken über Inhalt und Verpackung unserer Bücher. Aber in den intensiven Gesprächen mit Sortimentern, die ich im letzten Jahr geführt habe, habe ich gespürt, dass die  Diskussion um die 99 Cent Preise nach wie immer eine große Rolle gespielt hat.

Und Ihr Eindruck?

Der war, dass diese Preise, zu denen wir uns irgendwann haben hinreißen lassen, mittlerweile bei Endkunden und Buchhändlern von der Qualität der Inhalte und der Gestaltung ablenkten.

Tatsächlich?

Unser Ziel muss es doch sein, das Gespräch mit dem Kunden auf die Geschichten, die Besonderheit unser Titel, ihre sehr gut Ausstattung zu lenken, wenn die 99 Cent da stören, müssen Sie halt weg.

In Ihrer Pressemeldung entnehmen wir, Sie hätten das getestet…?

Ja, wir haben im Frühjahr schon das Premiumformat mit glatten Preisen eingeführt. Interessanterweise gab es hierbei im Haus keinerlei Diskussionen über den Preis. Jedem war klar, dass diese wertige Ausstattung einen glatten Preis braucht.

Wenn Sie das so sagen, klingt das mehr als einleuchtend.

Aber den Umkehrschluss hatten wir erst einmal nicht realisieren wollen. Aber erst nachdem wir nun in den Auswertungen zum Frühjahr feststellten, dass wir trotz deutlich höher Preise keinerlei Absatzverlust hatten, trauten wir uns auch den zweiten logischen Schritt.

Nicht überall ist die Stimmung gegen 99er Preise so eindeutig…

… ja, der Nebenmarkt ist natürlich immer das Totschlagargument gegen glatte Preise. Allerdings konnten wir keinerlei Indizien dafür erkennen das sie sich negativ auswirken, übrigens wagten auch die große Kunden aus diesem Bereich auf unsere Nachfrage dazu keine Prognose. Aber die Anhebung der Preise ist sicher eines der wesentlichen Themen in unserer Branche. Übrigens betrifft diese Notwendigkeit die Verlage in gleicher Weise wie den Buchhandel. Nur haben eben wir die Verantwortung dafür. Deswegen erfolgt die Umstellung erfolgt auch sukzessive für die anstehenden Nachauflagen.

(Durch Klick auf Foto zum Herbstprogramm)

Die Fragen stellte Christian von Zittwitz

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