Anna Politkovskaja erhält Olof-Palme-Preis und den Leipziger Medienpreis

Anna Politkovskaja ist der schwedische Olof-Palme-Preis 2004 zuerkannt worden. Die bereits mehrfach international ausgezeichnete DuMont-Autorin wurde durch ihre Aufsehen erregende Dokumentation „Tschetschenien. Die Wahrheit über den Krieg“ bekannt. Auf der diesjährigen Leipziger Buchmesse wird sie ihre neue Reportage über „Putins Russland“ vorstellen. Politkowskaja habe bei ihrem Einsatz für die Menschenrechte „Mut, oft verbunden mit erheblichen persönlichen Opfern und Risiken“ gezeigt, hieß es in der Begründung der Jury.

Der Olof-Palme-Preis ist mit 50.000 Dollar (38.000 Euro) dotiert. Er wurde unter anderem an den tschechischen Ex-Präsidenten Václav Havel und die palästinensische Menschenrechtlerin Hanan Ashrawi vergeben. Die Preisverleihung fand am 12. Januar in Stockholm statt, weitere Preisträger sind die russischen Menschenrechtler Ludmilla Alexejewa und Sergej Kowaljow.

Der mit insgesamt 30.000 Euro dotierte Leipziger Preis für die Freiheit und Zukunft der Medien wird von der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig verliehen und „ist vor allem für Journalisten (…) gedacht, die sich mit Risikobereitschaft, hohem persönlichen Engagement, mit Beharrlichkeit, Mut und demokratischer Überzeugung für die Sicherung und Entwicklung der Pressefreiheit einsetzen“.

2005 geht er zu gleichen Teilen an Anna Politkowskaja, den amerikanischen Journalisten Seymour M. Hersh und die deutschen Korrespondenten Britta Petersen und Hans-Martin Tillack. Die Preisverleihung findet am 28. April 2005 in Leipzig statt.

Die bekannte russische Journalistin Anna Politkovskaja arbeitet für die Moskauer Zeitung Novaja Gazeta und berichtet seit Beginn des zweiten Tschetschenien Kriegs regelmäßig aus der Kaukasus-Republik. Ihre kritischen Berichte über den Krieg und Putins Russland haben sie für Armee- und Regierungskreise zur unliebsamen Person gemacht, wie sie bereits am eigenen Leib hat erfahren müssen. Morddrohungen, so berichtet sie, seien an der Tagesordnung, beim Versuch, im September 2004 über die Geiselnahme in Beslan zu berichten, wurde sie zum Ziel eines Anschlags.

Am Donnerstag, den 17. März wird Anna Politkovskaja auf der Leipziger Buchmesse im Rahmen einer Pressekonferenz und einer Publikumsveranstaltung (um 20 Uhr, im Gespräch mit Dirk Sager) ihre kritische Reportage über „Putins Russland“ vorstellen.

Kommentare (0)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.