Basler Lyrikpreis 2016 an Ron Winkler

Der Basler Lyrikpreis 2016 geht an den Dichter, Herausgeber und Übersetzer Ron Winkler. Die Jury würdigt Ron Winkler für sein konsequentes, eigenwilliges lyrisches Schreiben. Seine Gedichte rütteln auf erquickende Weise an unserer Wahrnehmung von Welt und von Sprache. Gleichzeitig durchzieht die Gedichte eine humorvolle sprachspielerische Experimentierlust.

Die Preisverleihung findet im Rahmen des 13. Internationalen Lyrikfestivals Basel am Samstag, 30. Januar 2016 um 18:30 Uhr im Literaturhaus Basel statt.

Ron Winklers Gedichte stellen herkömmliche Wahrnehmungsmuster auf den Kopf, verfremden diese und machen sie bewusst. Die Natur und die Liebe, aber auch ganz gewöhnliche Beobachtungen und Alltagserfahrungen, regen ihn in seinem Arbeiten immer wieder zu verwegenen Bild- und Wortfindungen an. Ron Winkler wurde 1973 in Jena geboren und lebt in Berlin. Er schloss das Studium der Germanistik und Geschichte mit einer Monographie über Durs Grünbein ab. Seit 2002 erschienen von ihm elf Einzelpublikationen, darunter vier Gedichtbände: «vereinzelt Passanten» (2004), «Fragmentierte Gewässer» (2007), «Frenetische Stille» (2010) und «Prachtvolle Mitternacht» (2013). Hinzu kommen zwei Sammlungen von Kurzprosa: «Torp» (2010) und «Torp. Neue Wimpern» (2013). 2015 veröffentlichte er «Operationen am offenen Himmel», 19 Ansichtskarten mit Gedichten. Er übersetzt vorwiegend aus dem Englischen (13 Publikationen seit 2005) und ist Herausgeber von sieben Anthologien. Von seinen Texten gibt es zahlreiche Vertonungen. 2005 erhielt er den Leonce-und-Lena-Preis, 2006 den Mondseer Lyrikpreis. 2015 gewann er den in einem Wettlesen vergebenen Lyrikpreis München.

Mit dem Basler Lyrikpreis zeichnen Lyrikerinnen und Lyriker von der Basler Lyrikgruppe (dieses Jahr Rudolf Bussmann, Ingrid Fichtner, Wolfram Malte Fues, Claudia Gabler, Rolf Hermann und Kathy Zarnegin) jährlich das Werk einer Kollegin oder eines Kollegen aus. Der Preis wird ausdrücklich an Dichterinnen und Dichter verliehen, deren Schreiben sich durch Innovationskraft auszeichnet und durch den Mut zu konsequentem eigenwilligen und eigensinnigen Arbeiten mit Sprache. Er soll dazu beitragen, herausragende Stimmen einer breiteren Öffentlichkeit bekanntzumachen. Der Basler Lyrikpreis ist dank der freundlichen Unterstützung der GGG mit Fr. 10’000.– dotiert und wird einmal jährlich während des Internationalen Lyrikfestivals Basel verliehen. Frühere Preisträger waren u.a. José F. A. Oliver (2015), Anja Utler (2014), Elisabeth Wandeler-Deck (2013) und Klaus Merz (2012).

Das Basler Lyrikfestival findet vom 29.-31. Januar 2016 im Literaturhaus Basel statt. Neben Lesungen und Gesprächen mit Lyrikerinnen und Lyrikern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es Lesungen, Performances, Podiumsgespräche sowie Lyrikwerkstätten in Kooperation mit der Volkshochschule und dem Gymnasium Leonhard. Ein Schwerpunkt ist dieses Jahr der jüdischen Lyrik gewidmet. Zu Gast werden 2016 u.a. Ulla Hahn, Joachim Sartorius, Michael Fehr, Daniela Seel, Mirko Bonné, Max Czollek, Thilo Krause, Mati Shemoelof und Adi Keissar sein.

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