Comic Salon Erlangen: Pierre Christin wird für Lebenswerk geehrt

Im Rahmen des Internationalen Comic-Salons 2010 wird in diesem Jahr zum 14. Mal der Max und Moritz-Preis verliehen, die wichtigste Auszeichnung für grafische Literatur im deutschsprachigen Raum.

Zwanzig Titel wurden dafür nominiert, acht von zehn Preisträgern werden erst bei der Max und Moritz-Gala am 4. Juni bekannt gegeben. Der Preisträger für ein herausragendes Lebenswerk steht bereits fest: Es ist der 1938 bei Paris geborene Pierre Christin, einer der renommiertesten und kreativsten Autoren des zeitgenössischen Comics in Europa. Zum zweiten Mal wird damit in Erlangen ein reiner Szenarist mit dem Lebenswerk-Preis ausgezeichnet. Die Jury verdeutlicht damit, wie wichtig die literarische Qualität von Comics ist.

Mit dem Spezialpreis der Jury werden darüber hinaus die Verlage Salleck Publications und Carlsen für ihre Will Eisner-Ausgaben „Die Spirit Archive“ (Salleck Publications) und „Ein Vertrag mit Gott. Mietshausgeschichten“ (Carlsen Comics) gewürdigt.

Der Max und Moritz-Preis ist eine Auszeichnung, die Maßstäbe im Bereich der Comic-Kunst gesetzt hat und seit über 20 Jahren wesentlich zur Anerkennung der grafischen Literatur im deutschsprachigen Raum beiträgt. Der Preis wird von Bulls Press, Frankfurt a. M., gestiftet und von der Stadt Erlangen vergeben. Mit der Verleihung soll die Arbeit herausragender Künstler gewürdigt, verdienstvolle Verlagsarbeit bestärkt und auf junge Nachwuchstalente aufmerksam gemacht werden. Darüber hinaus ist es ein Anliegen des Preises, die Auseinandersetzung über die qualitativen Kriterien zur Beurteilung der Comic-Kunst zu intensivieren.

Neben dem Preis für ein herausragendes Lebenswerk und dem Spezialpreis der Jury legten die Juroren eine Liste mit 20 nominierten Titeln fest. Ausgehend von dieser Nominierungsliste werden bei der Max und Moritz-Gala die Preise in den Kategorien „Bester Comic-Strip“, „Bester deutschsprachiger Comic“, „Bester internationaler Comic“ und „Bester Comic für Kinder“ verliehen. In den Kategorien „Bester deutschsprachiger Comic-Künstler“ und „Beste studentische Comic-Publikation“ wurden keine Nominierungen vorgenommen, die Preisträger in diesen Kategorien werden erst während der Max und Moritz-Gala (Freitag, 4. Juni, 21 Uhr, Markgrafentheater, Erlangen) bekannt gegeben.

Die 20 für den Max und Moritz-Preis 2010 nominierten Titel (in alphabetischer Reihenfolge):
„Alpha. Directions“ von Jens Harder (Carlsen Comics)
„Bäche und Flüsse“ von Pascal Rabaté (Reprodukt)
„Drei Schatten“ von Cyril Pedrosa (Reprodukt)
„Ein neues Land“ von Shaun Tan (Carlsen Comics)
„Engelmann. Der gefallene Engel“ von Nicolas Mahler (Carlsen Comics)
„Freche Mädchen – freche Manga! Handykuss und Liebesrätsel“ von Bianka Minte-König und Inga Steinmetz (Tokyopop)
„Gift“ von Peer Meter und Barbara Yelin (Reprodukt)
„Hector Umbra“ von Uli Oesterle (Carlsen Comics / Edition 52)
„Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens“ von Ulli Lust (avant-verlag / electrocomics.de)
„Ikkyu“ von Hisashi Sakaguchi (Carlsen Manga)
„Kirihito“ von Osamu Tezuka (Carlsen Manga)
„Lio“ von Mark Tatulli (Bulls Press)
„Louis am Strand“ von Guy Delisle (Reprodukt)
„Meine Mutter ist in Amerika und hat Buffalo Bill getroffen“ von Jean Regnaud und Émile Bravo (Carlsen Comics)
„Orange“ von Benjamin (Tokyopop)
„Pinocchio“ von Winshluss (avant-verlag)
„Prototyp“ / „Archetyp“ von Ralf König (Frankfurter Allgemeine Zeitung / Rowohlt Verlag)
„Spirou & Fantasio Spezial. Porträt eines Helden als junger Tor“ von Émile Bravo (Carlsen Comics)
„Such dir was aus, aber beeil dich! Kindsein in zehn Kapiteln“ von Nadia Budde (S. Fischer)
„Das variable Kalendarium“ von Kat Menschik (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

Zum ersten Mal wird in diesem Jahr auch ein Max und Moritz-Publikumspreis vergeben. Zur Auswahl stehen die 20 für den Max und Moritz-Preis nominierten Titel. Die Abstimmung, die am Freitag, 21. Mai startet und am Abend des 3. Juni um 19 Uhr endet, erfolgt in Zusammenarbeit mit deutschen Tageszeitungen und Comic-Magazinen sowie online auf www.comic-salon.comicforum.de.

Der Jury für den Max und Moritz-Preis gehören in diesem Jahr an: Denis Scheck (Kritiker, Deutschlandfunk, „Druckfrisch“ ARD), Christian Gasser (Schriftsteller, Journalist und Radiomacher), Herbert Heinzelmann (Journalist und Medienwissenschaftler), Brigitte Helbling (Journalistin, Mitglied der Arbeitsstelle für Graphische Literatur der Universität Hamburg), Andreas C. Knigge (Journalist und Publizist), Jan Taussig (Bulls Press) und Bodo Birk (Internationaler Comic-Salon Erlangen). Die Max und Moritz-Gala wird von Denis Scheck und Hella von Sinnen moderiert.

Im Rahmen der Max und Moritz-Gala wird in diesem Jahr auch der Preis des „Francomics!“-Wettbewerbs verliehen, an dem Schülerinnen und Schüler aus Bayern und Berlin teilgenommen haben. Das interkulturelle und pädagogische Projekt ist eine Kooperation der französischen Botschaft in Berlin und des deutsch-französischen Instituts Erlangen und wird von der Robert Bosch-Stiftung und dem Cornelsen Verlag gefördert. Das prämierte Album wird aus diesem Anlass anschließend ins Deutsche übersetzt.

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