Deutscher Buchpreis 2005: Jury benennt 20 Romane als Vorauswahl

Es hat etwas länger gedauert – eigentlich sollte die Longlist für den Deutschen

Bodo Kirchhoff

Bücherpreis 2005 schon am 24. August bekannt gegeben werden – heute aber erst hat die Jury ihre Vorauswahl veröffentlicht:

„Es war eine große Anstrengung für uns, alle wesentlichen deutschsprachigen Romane des Jahres zu lesen und die 20 interessantesten oder wichtigsten Titel auszuwählen. Im Hinblick auf die deutschsprachige Literatur gibt es aber keine wichtigere Aufgabe, denn es ist höchste Zeit, deutlich zu machen, wie die guten Romane aussehen, und dass sie auch in deutscher Sprache geschrieben werden“, sagt Jury-Sprecher Bodo Kirchhoff. Insgesamt 150 Titel, die zwischen dem 1. Oktober 2004 und dem 19. September 2005 erschienen sind oder noch erscheinen, wurden in den letzten vier Monaten für die Longlist gesichtet.

Davon benennen die Juroren in einem nächsten Schritt sechs Titel für die Shortlist, die am 19. September 2005 veröffentlicht wird. Erst am Abend der Preisverleihung erfahren die sechs Autoren, an wen von ihnen der Deutsche Buchpreis geht.

Der Preisträger erhält ein Preisgeld von 25.000 Euro; die fünf Finalisten erhalten jeweils 2.500 Euro. Mit dem Deutschen Buchpreis 2005 zeichnet der Börsenverein des Deutschen Buchhandels erstmals den besten deutschsprachigen Roman des Jahres aus. Partner sind Dr. Florian und Gabriele Langenscheidt, der SPIEGEL-Verlag, die Frankfurter Buchmesse und die Stadt Frankfurt am Main. Die Preisverleihung findet am 17. Oktober 2005 zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse im Kaisersaal des Frankfurter Römer statt.

Die nominierten Romane (in alphabetischer Reihenfolge):

? Bernd Cailloux, Das Geschäftsjahr 1968/69 (Suhrkamp Verlag)
? Ulrike Draesner, Spiele (Luchterhand Literaturverlag)
? Franzobel, Das Fest der Steine (Paul Zsolnay Verlag)
? Arno Geiger, Es geht uns gut (Carl Hanser Verlag)
? Wilhelm Genazino, Die Liebesblödigkeit (Carl Hanser Verlag)
? Egon Gramer, Gezeichnet: Franz Klett (Piper Verlag)
? Evelyn Grill, Vanitas oder Hofstätters Begierden (Residenz Verlag)
? Peter Henisch, Die schwangere Madonna (Residenz Verlag)
? Daniel Kehlmann, Die Vermessung der Welt (Rowohlt Verlag)
? Thomas Lehr, 42 (Aufbau-Verlag)
? Gert Loschütz, Dunkle Gesellschaft (Frankfurter Verlagsanstalt)
? Gila Lustiger, So sind wir (Berlin Verlag)
? Friederike Mayröcker, Und ich schüttelte einen Liebling (Suhrkamp Verlag)
? Jochen Missfeldt, Steilküste (Rowohlt Verlag)
? Hanns-Josef Ortheil, Die geheimen Stunden der Nacht (Luchterhand Literaturverlag)
? Jens Petersen, Die Haushälterin (Deutsche Verlags-Anstalt)
? Matthias Politycki, Herr der Hörner (Hoffmann und Campe Verlag)
? Marion Poschmann, Schwarzweißroman (Frankfurter Verlagsanstalt)
? Hans-Ulrich Treichel, Menschenflug (Suhrkamp Verlag)
? Raul Zelik, Berliner Verhältnisse (Blumenbar Verlag)

„Es sind Romane, die vom Leben erzählen, vom Vergehen der Liebe und der Zeit, und es sind verrückte Bücher, mit hohem schriftstellerischen Risiko; es sind Romane der Beobachtung, wie man sie woanders kaum findet, und es sind erzählte Gedankenflüge und poetische Visionen, an denen sich die Geister scheiden, ja, die sogar noch einen einzelnen Geist spalten können“, so Bodo Kirchhoff über die nominierten Titel.

Der Jury für den Deutschen Buchpreis 2005 gehören außerdem an: Verena Auffermann (Kritikerin), Klaus Bittner (Buchhandlung Klaus Bittner), Dr. Volker Hage (DER SPIEGEL), Dr. Wolfgang Herles (Aspekte, ZDF), Armin Thurnher (Der Falter, Wien) und Juli Zeh (Autorin).

siehe auch: http://www.deutscher-buchpreis.de

Kommentare (0)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.