Edgar Hilsenrath erhält Lion-Feuchtwanger-Preis

Der Berliner Schriftsteller Edgar Hilsenrath erhält den mit 7 500 Euro dotierten Lion-Feuchtwanger-Preis 2004 der Akademie der Künste Berlin.

Der von Marta Feuchtwanger gestiftete Preis wird an Autoren historischer Prosa verliehen. „In seinem Werk, das in Deutschland zu lange zu wenig Beachtung fand, gelingt es dem Preisträger meisterlich, seine Leser in die Geschichte des 2. Jahrtausends mitzunehmen, in deren katastrophischen Kern ihn seine eigene Biographie führte“, heißt es in der Begründung der Jury, der Peter Gosse, Robert Menasse und Norbert Miller angehörten. „Sein Erzählen begreift den einzelnen als Ausgangspunkt aller Geschichte und gibt jedem individuellen Schicksal seine Würde zurück. Schreiben im Geist der Aufklärung, dies war und ist, ganz im Sinne Lion Feuchtwangers, das Anliegen und die Kunst Edgar Hilsenraths.“ Die Preisverleihung findet am 27. November in der Akademie der Künste statt. Die Laudatio hält Robert Schindel.

Der Dittrich Verlag gibt gerade eine 11-bändige Hilsenrath-Werkausgabe heraus. Das dritte Buch „Der Nazi & der Friseur“ ist soeben erschienen. Sein literarisches Archiv hat Hilsenrath im Frühjahr der Akademie der Künste geschenkt. Es umfasst Briefe und Werkmanuskripte, darunter zwölf handschriftliche Ringbücher mit der Urschrift seines ersten Romans „Nacht“, eine Reihe unveröffentlichter Texte aus den Jahren 1948 bis 1951 sowie tagebuchartige Aufzeichnungen, die in der Zeit, die er im rumänischen Ghetto von Moghilew-Podelsk verbringen musste, entstanden sind.

Informationen unter: http://www.adk.de/

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