Franz-Hessel-Preis 2014 für Esther Kinsky und Christine Montalbetti

Heute Nachmittag haben Kulturstaatsministerin Monika Grütters und ihre französische Kollegin Fleur Pellerin bei einem Festakt im Haus der Commerzbank am Pariser Platz in Berlin den deutsch-französischen Franz-Hessel-Preis für zeitgenössische Literatur verliehen. Preisträgerinnen sind Esther Kinsky aus Deutschland und Christine Montalbetti aus Frankreich.

Monika Grütters, Christine Montalbetti, Esther Kinsky, Fleur Pellerin (v.l.)

Esther Kinsky wird für ihren Roman Am Fluß (Matthes & Seitz Berlin, 2014) ausgezeichnet, Christine Montalbetti für Plus rien que les vagues et le vent (P.O.L, 2014).

In der Begründung der Jury heißt es, Esther Kinskys Roman greife das große literarische Thema des Erinnerns auf. „Spaziergänge am River Lea, einem kleinen Fluss im Osten Londons, inspirieren die Ich-Erzählerin zu Erinnerungs- und Denkbewegungen und zu Rückblicken auf ihr eigenes Leben. Die Genauigkeit der Beobachtungen und Wahrnehmungen, verbunden mit der reichen Sprache der Autorin, lassen den Leser am Denkfluss der Erzählerin teilhaben. Diese erzählt zuweilen karg und zurückhaltend, dann wieder schwelgerisch und opulent, in Sätzen, die sich einprägen und zu einer Melodie vereinen, die sprachliche Schönheit ist.“

Christine Montalbetti gleite in ihren Romanen leichthin von einer Landschaft und Erzählung zur nächste“. „Die Kohärenz ihres Werks, seine Originalität, die Kraft seiner klanglichen Präsenz und seiner Vorstellungswelt sind rundum überzeugend.“

Der Preis, der an den Schriftsteller und Übersetzer Franz Hessel (1880 – 1941) erinnert, ist mit jeweils 10.000 Euro dotiert und umfasst auch die Unterstützung bei der Übersetzung der ausgezeichneten Werke in die jeweils andere Sprache. Außerdem wird den Preisträgerinnen eine Schriftstellerresidenz in der Stiftung Genshagen in Genshagen, südwestlich von Berlin, angeboten.

Der Preis wurde in diesem Jahr zum fünften Mal gemeinsam von der Stiftung Genshagen und dem Literaturhaus Villa Gillet (Lyon) vergeben. Die Preisverleihung findet alternierend in Deutschland und Frankreich statt.

Weitere Informationen: www.stiftung-genshagen.de

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