Gestern wurde in München der 27. Geschwister-Scholl-Preis an „Voller Entsetzen, aber nicht verzweifelt“ von Mihail Sebastian verliehen

Mihail Sebastian wurde am Montag posthum für seine Aufzeichnungen „Voller Entsetzen, aber nicht verzweifelt. Tagebücher 1935-44“ (Claassen) mit dem Geschwister-Scholl-Preis 2006 ausgezeichnet. Vor 600 geladenen Gästen nahmen Michèle und Dominique Hechter in Vertretung für ihren Onkel sowie der Herausgeber des Buches, Dr. Edward Kanterian, den mit 10.000 Euro dotierten Preis entgegen.

(v.l.): Michèle Hechter, Dr. Edward Kanterian,
Dominique Hechter (Foto: Christine Strub)

Überreicht wurde er von den beiden Stiftern, vertreten durch Wolf Dieter Eggert, Vorsitzender des Landesverbands Bayern im Börsenverein des Deutschen Buchhandels, und dem Oberbürgermeister der Landeshauptstadt München Christian Ude. Der Autor und Journalist Peter Hamm hielt die Laudatio. Die große Aula und der fest mit den Geschwistern Scholl verbundene Lichthof der Ludwig-Maximilians-Universität München boten den festlichen Rahmen für die Feierstunde und den anschließenden Empfang.

„Die bewegenden Tagebücher des rumänisch-jüdischen Schriftstellers Mihail Sebastian spiegeln exemplarisch das Drama des rasanten Verfalls demokratischer Strukturen und zivilisierter Sitten“ heißt es in der Begründung der Jury. “Für heutige Leser bilden seine Aufzeichnungen sowohl ein „journal intime“ als auch ein Kriegstagebuch und eine Chronik des alltäglichen Schreckens, in der nationalsozialistische Verfolgung und rumänische Kollaboration zusammenwirkten. Sein spät entdecktes Werk gibt dem Gegenwartsbewusstsein wichtige Impulse. Es ist ein eindringliches Plädoyer gegen Ultranationalismus, Antisemitismus und Terrorismus.“

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