Hieronymusring geht weiter an Ulrich Blumenbach

Der von der Heinrich-Maria-Rowohlt-Ledig-Stiftung gestiftet Hieronymusring für besondere Leistungen in der literarischen Übersetzung des Jahres 2009 geht weiter an den in Basel lebenden Übersetzer Ulrich Blumenbach.

Der Hieronymusring wurde 1979 gestiftet, wobei der jeweilige Träger des Ringes entscheidet, an wen er den Ring weitergibt. Ulrich Blumenbach erhält den Ring für seine Übersetzung von David Foster Wallaces „Infinite Jest“, das als „Unendlicher Spaß“ bei Kiepenheuer & Witsch erscheinen wird.

Unter den bisherigen Ringträgern waren neben Susanne Lange bereits Ilma Rakusa, Brigitte Große, Hanns Grössel und Elisabeth Edl. Die undotierte Auszeichnung ist Blumenbach am Samstag, dem 6. Juni 2009, im Rahmen der Jahrestagung der deutschsprachigen Literaturübersetzer (VdÜ) verliehen worden.

Die Übersetzung des amerikanischen Mammutwerks galt als besondere Herausforderung, die Blumenbach nun mit Bravour gemeistert hat. „Ob es um Mathematik, Tennis, Werbeslogans, Drogen, Medien, Psychotherapie, Pharmakologie oder Medizin geht, immer muss der richtige Begriff zur Hand sein und vielleicht sogar noch in ein Wortspiel umgeschmolzen werden“, erläuterte Susanne Lange, die Ringträgerin des Vorjahres, am Samstag in ihrer Laudatio. Hinzu komme die Vielstimmigkeit des Romanpersonals, denn bei Wallace rede jeder, wie ihm der Schnabel gewachsen sei. „Eine vertrackte Aufgabe, denn es gilt, sich Slang und Dialekte zu erfinden und die Figuren holpern und stocken zu lassen, wo sie es im Original tun.“ Wallaces Erzähler scheine geradezu „eine Aversion gegen das Satzende zu haben“ und sich in immer ausladenderen Perioden zu ergehen – eine Herausforderung für die deutsche Satzstruktur, der sich Ulrich Blumenbach beherzt gestellt habe.

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