LiBeraturpreis 2010 geht an Claudia Piñeiro

Der diesjährige LiBeraturpreis geht an die argentinische Schriftstellerin Claudia Piñeiro. Sie wurde ausgezeichnet für ihren Roman „Elena weiß Bescheid“ (Unionsverlag).

Die Jury hob in ihrer Begründung hervor, dass Piñeiro mit ihrem Roman ein aktuelles und höchst modernes Buch vorgelegt habe, das durch seine allgemeingültigen Themen und die gelungene literarische Bearbeitung auch hierzulande eine große Leserschaft erreichen werde.

Claudia Piñeiro erzählt von der parkinsonerkrankten Elena und ihrer sie pflegenden Tochter Rita, die erhängt in einem Glockenturm aufgefunden wird. Mutter und Tochter sind in einer symbiotischen Hassliebe verstrickt und meinen, sich für die jeweils andere zu opfern. Elena macht sich nach dem Tod ihrer Tochter auf den beschwerlichen Weg zu Isabel, weil sie hofft, von ihr mehr über Rita zu erfahren. Dort wird sie mit einer überraschenden Wahrheit konfrontiert.

Claudia Piñeiro, Shootingstar der argentinischen Literatur, wurde 1960 in Buenos Aires geboren. Nach dem Wirtschaftsstudium wandte sie sich dem Schreiben zu, arbeitete als Journalistin, schrieb Theaterstücke, Kinder- und Jugendbücher und führte Regie fürs Fernsehen. Ihr Debütroman „Ganz die Deine“ (Unionsverlag) kam 2003 in die Endauswahl für den Premio Planeta, und für ihren zweiten Roman „Die Donnerstagswitwen“ (erscheint 19.7.2010 im Unionsverlag) erhielt sie 2005 den Premio Clarín. Ihre Romane sind in mehrere Sprachen übersetzt und verfilmt. Die deutschen Übersetzungen ihrer Romane besorgte Peter Kultzen.

Der LiBeraturpreis wird am 3. Oktober um 16 Uhr in der Christuskirche in Frankfurt verliehen. Die Initiative LiBeraturpreis ist 1987 aus der Arbeit des Ökumenischen Zentrums Christuskirche in Frankfurt am Main erwachsen. Mit diesem Leserpreis soll die Literatur aus Lateinamerika, Asien und Afrika dem hiesigen Publikum näher gebracht werden. Der LiBeraturpreis wird ausschließlich an Frauen verliehen, da es Autorinnen aus den Ländern des Südens oft noch schwerer als ihre männlichen Kollegen haben, wahrgenommen zu werden.

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