Lukas Bärfuss erhält Mara-Cassens-Preis für den ersten Roman

Der nach seiner Stifterin benannte Preis ist seit 1970 der bundesweit höchstdotierte Literaturpreis für einen deutschsprachigen Romanerstling und der einzige Literaturpreis, der von einer Leserjury vergeben wird.

Lukas Bärfuss

Die Hamburger Stifterin Mara Cassens möchte mit ihrem Preis Autoren und Autorinnen ermöglichen, „sich für eine gewisse Zeit ganz dem Schreiben zu widmen“.

Für seinen Debütroman Hundert Tage (Wallstein Verlag) erhält der Schweizer Schriftsteller Lukas Bärfuss den mit 10 000 Euro dotierten Mara-Cassens-Preis für den ersten Roman des Literaturhauses Hamburg.

„Hundert Tage“, der packend und dicht erzählte Debütroman von Lukas Bärfuss, führt direkt ins Herz der Finsternis: in die Hölle des Völkermords in Ruanda, bei dem im Frühsommer 1994 mindestens 800.000 Tutsi förmlich abgeschlachtet wurden.

Und so begründete die Jury ihre Entscheidung: „Lukas Bärfuss’ erster Roman ,Hundert Tage’ besteht das Wagnis, eine Figur zu schildern, die nicht nur hilflos und unbedarft, sondern auch zu empörendem Verhalten fähig ist. Die schnörkellose, direkte Sprache und die zwingende Dramaturgie des Romans führen den Leser direkt ins Dilemma: Machen wir uns schuldig, wenn wir nur zuschauen, aber nicht eingreifen – oder sind es vielmehr gerade unsere Eingriffe, die das Elend verlängern und befeuern? Die Stärke des Romans besteht darin, keine Antwort zu formulieren, sondern allein die Frage zu stellen.“

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