Milena Michiko Flašar gewinnt Euregio-Schüler-Literaturpreis

Das Publikum in der Aula des Collège Saint-Louis in Lüttich jubelt und applaudiert, als die junge Schriftstellerin Milena Michiko Flašar auf der großen Leinwand ins Bild kommt. Sie ist per Skype aus Wien zugeschaltet und empfängt gerührt die euphorischen Glückwünsche der über 200 anwesenden Schülerinnen und Schüler aus Deutschland, Belgien und den Niederlanden.

Sie alle gehören der Jury des „Euregio-Schüler-Literaturpreises“ an und haben die Autorin des Buches Ich nannte ihn Krawatte soeben zur Preisträgerin 2015 gewählt.

Mit Bussen sind die Schüler aus der gesamten Euregio angereist, um in Arbeitsgruppen zu diskutieren, gute Argumente zu finden und ein Plädoyer auf ihren jeweiligen Lieblingsautor zu verfassen. Sechs Bücher standen zur Auswahl, die die Schüler in den letzten sechs Monaten gelesen, im Unterricht oder in AGs besprochen und bei einer Veranstaltung mit professionellen Literaturkritikers diskutiert haben:
Julia von Otto de Kat, Die Betäubung von Anna Enquist, Die Göttin der kleinen Siege von Yannick Grannec, Die unglaubliche Reise des Fakirs, der in einem Ikea-Schrank feststeckte von Romain Puértolas, Sieben Jahre von Peter Stamm und eben Ich nannte ihn Krawatte von Milena Michiko Flašar.

Am Ende überzeugte die österreichische Autorin mit japanischen Mutter die Juroren mit ihrem Roman über einen Hikikomori – ein in Japan häufig auftretendes Phänomen: Ein Junge, der sich über Jahre in seinem Zimmer eingesperrt hat und der sich ganz langsam wieder der Gesellschaft zu öffnen beginnt.

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