Niederrheinischer Literaturpreis an Burkhard Spinnen

Burkhard Spinnen wird im Jahr 2004 mit dem »Niederrheinischen Literaturpreis der Stadt Krefeld« ausgezeichnet. Er wird damit für sein bisheriges Gesamtwerk, vor allem aber für sein Unternehmer-Portrait DER SCHWARZE GRAT (Schöffling & Co.) geehrt. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert und wird im Dezember 2004 verliehen, die Laudatio hält Jens Dirksen (NRZ).

Im vergangenen Jahr teilten sich Anja Lundholm und Reinhard Kaiser den Preis.

Aus der Begründung:

Aus dem Strom seiner souveränen und detailgenauen Prosa ragt DER SCHWARZE GRAT heraus. Spinnen ist es gelungen, mit diesem bewegenden Portrait eines mittelständischen Unternehmers seine Archivierung der deutschen Nachkriegsgeschichte fortzuschreiben: Deutlich wird hier der Werdegang einer Firma und der Zeit um sie herum im Fokus eines Menschen, der viel öfter am Abgrund steht als es nach außen hin erscheint. Es ist dies ein zeithistorisches Kapitel, das nur selten so intensiv aus der Nahperspektive geschildert wurde wie von Burkhard Spinnen. Zugleich aber reflektiert sein Buch kontinuierlich die Bedingungen seiner Entstehung. Es ist auch eine Geschichte über die Geschichte von Firmengeschichten, über das Erzählen und das, was man vielleicht erzählen, aber letztlich nicht begreifen kann. So kommt in der literarischen Kunstfertigkeit des scheinbar nur Dokumentarischen eine doppelte, ja doppelbödige Authentizität zustande. Sie grundiert ein Prosakunststück, das in der Mitte zwischen Fiktion und Dokumentation eine ganz eigene Dimension des Erzählens entwickelt.

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