Offizielle Presseerklärung des Börsenvereins zum Deutschen Buchpreis

Als Auszeichnung für den besten deutschsprachigen Roman vergibt der Börsenverein des Deutschen Buchhandels zukünftig den mit insgesamt 37.500 Euro dotierten Deutschen Buchpreis. Er orientiert sich an Vorbildern wie dem englischen Man Booker Prize und dem französischen Prix Goncourt und wird erstmals am 17. Oktober 2005 zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse im Kaisersaal des Frankfurter Römers verliehen, wie der Verband heute auf einer Pressekonferenz mitteilte. Um größtmögliche Unabhängigkeit und Transparenz bei der Preisvergabe zu sichern, hat der Vorstand des Börsenvereins die elfköpfige Akademie Deutscher Buchpreis berufen, der neben der Kulturstaatsministerin Christina Weiss Vertreter der Buch- und Medienbranche angehören. Ihre wichtigste Aufgabe ist die Wahl der jährlich wechselnden Jury aus fünf Literaturexperten, die den Preisträger in mehreren Auswahlstufen ermittelt. Die Jury des Deutschen Buchpreises 2005 wird im Januar 2005 bekannt gegeben.

“Eine Auszeichnung für den besten deutschsprachigen Roman hat gefehlt. Die im Börsenverein zusammengeschlossenen Verleger und Buchhändler sehen es als ihre Aufgabe an, das kulturelle Leben in Deutschland mitzugestalten. Wir vergeben deshalb den Deutschen Buchpreis und sind überzeugt: Als unabhängiger Literaturpreis zum Auftakt der weltweit größten Buchmesse wird er weit über unsere Branche und unser Land hinaus Aufmerksamkeit schaffen – für deutschsprachige Autoren, für das Lesen und das Leitmedium Buch”, so Dr. Gottfried Honnefelder, Verleger des DuMont Literatur und Kunst Verlags und stellvertretender Vorsteher des Börsenvereins. “Wir freuen uns sehr, mit Gabriele und Florian Langenscheidt, dem SPIEGEL-Verlag, der Frankfurter Buchmesse und der Stadt Frankfurt am Main renommierte Partner gefunden zu haben, die unsere Ziele engagiert mitverfolgen.”

Dies unterstrich Stefan Aust, Chefredakteur des Nachrichtenmagazins DER SPIEGEL: “Journalisten sind dem Realen verpflichtet, Literaten dürfen auch andere Perspektiven einbringen – eines ist so wichtig wie das andere. Alle Schreibenden verbindet der Wunsch, die Lesekultur in Deutschland zu stärken. Der Deutsche Buchpreis kann dazu beitragen.”

“Mich begeistert am Deutschen Buchpreis vor allem seine Eindeutigkeit. Er legt sich engagiert fest auf die Buchgattung Roman, auf die deutsche Sprache, auf die Unabhängigkeit des Urteils und die Frankfurter Buchmesse, das wichtigste Branchentreffen der Welt. Keine Kompromisse, kein Vertun”, begründete Dr. Florian Langenscheidt seine Unterstützung des Preises.

“Wir freuen uns sehr, dass neben der Buchmesse nun ein weiteres herausragendes kulturelles Ereignis an unsere Stadt geknüpft ist. Die Bedeutung Frankfurts als Kultur- und Bücherstadt wird dadurch weiter wachsen”, so Petra Roth, Oberbürgermeisterin der Stadt Frankfurt am Main.

Die Akademie Deutscher Buchpreis

Christina Weiss (Kulturstaatsministerin)
Dieter Schormann (Vorsteher des Börsenvereins)
Dr. Gottfried Honnefelder (Stellvertretender Vorsteher des Börsenvereins)
Volker Neumann (Direktor der Frankfurter Buchmesse)
Dr. Joachim Unseld (Vorsitzender der AG Publikumsverlage)
Dr. Florian Langenscheidt
Matthias Schmolz (Verlagsleitung SPIEGEL-Verlag)
Elmar Krekeler (Preisträger Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik 2004)
Dr. Hendrik Markgraf (Chefredakteur Börsenblatt)
N.N. (Vertreter des Buchhandels, benannt vom Sortimenter-Ausschuss im Börsenverein)
N.N. (Vertreter der Verlegerverbände aus Österreich und der Schweiz; alternierend)

Die Mitgliedschaft ist an die jeweilige Funktion gebunden, nicht an die Person. Die Akademie wählt jedes Jahr die Jury und deren Vorsitzenden aus und verändert, falls nötig, die Regeln der Preisvergabe. Ihre Mitglieder arbeiten ehrenamtlich.

Das Auswahlverfahren

Jeder Verlag aus Deutschland, Österreich und der Schweiz kann sich mit zwei deutschsprachigen Romanen aus dem aktuellen oder geplanten Programm um die Auszeichnung bewerben. Die Bücher müssen zwischen Oktober 2004 und September 2005 erscheinen und spätestens bei Bekanntgabe der Shortlist (Mitte September 2005) im Handel erhältlich sein. Zum Start im Januar 2005 verschickt der Börsenverein detaillierte Informationen und die Anmeldeunterlagen.

Die Jury sichtet alle Einsendungen und fordert bei Bedarf zusätzliche Titel an, die sie für geeignet hält. Sie stellt eine 20 Titel umfassende Longlist zusammen, die im August 2005 bekannt gegeben wird. Aus dieser engeren Auswahl ermitteln die Juroren sechs Titel für die Shortlist, die im September 2005 veröffentlicht wird. Erst am Abend der Preisverleihung erfahren die sechs Autoren, an wen von ihnen der Deutsche Buchpreis geht. Der Preisträger erhält ein Preisgeld von 25.000 Euro; die übrigen fünf Finalisten erhalten jeweils 2.500 Euro.

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