Olga Martynova erhält den Berliner Literaturpreis 2015

Die Schriftstellerin Olga Martynova erhält den mit 30.000 Euro dotierten Berliner Literaturpreis 2015 der Stiftung Preußische Seehandlung. Die in Leningard aufgewachsene und seit 1991 in Deutschland lebende Autorin nimmt die mit dem Preis verbundene Berufung der Freien Universität Berlin auf die „Heiner-Müller-Gastprofessur für deutschsprachige Poetik“ im Sommersemester 2015 an.

Mit überbordender Phantasie und traumwandlerischer Leichtigkeit gelinge es der Autorin, in ihren Romanen Sogar Papageien überleben uns und Mörikes Schlüsselbein (beide Literaturverlag Droschl) gängige Themen wie Herkunft, Liebe oder Familie in ein trans-historisches Universum zwischen St. Petersburg, Berlin, Frankfurt, Chicago und Sibirien zu übersetzen, in das sich die Protagonisten fügen und finden und das dem Leser den eindimensionalen Plot verweigert“, heißt es in der Begründung der Jury, der Peter-André Alt, Sonja Anders, Jens Bisky, Kristin Schulz und Thomas Wohlfahrt angehören.

„Martynovas Handhabung von Sprache ist höchstsensibel und genau, gerade weil sie ihre Suchbewegungen in der Nicht-Muttersprache – deutsch – bekennt und Instrument von Spracherkundung werden lässt. Aus dieser poetischen Weltanschauung und -aneignung blitzt die vergangene als nicht vergehende Zeit auf, deren rätselhaft magische Vexierbilder den Leser dauerhaft in den Bann ziehen und bleiben, indem auch sie sich verändern.“

Der Berliner Literaturpreis wird am 18. Februar 2015 in Berlin verliehen. Die Laudatio hält Elke Erb.

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