Paul-Celan-Preis an Moshe Kahn

Der vom Deutschen Literaturfonds alljährlich vergebene Paul-Celan-Preis für her¬aus¬ragen¬de Übersetzungen ins Deutsche geht in diesem Jahr an Moshe Kahn (*1942).

Kahn wird mit dem Preis für sein Gesamtwerk ausgezeichnet, das Übersetzungen aus dem Italienischen und Französischen umfasst. Darunter Werke von Pier Paolo Pasolini, Primo Levi, Luigi Malerba, Andrea Camilleri, Roberto Calasso, Norberto Bobbio u.a.m. Sein Opus magnum jedoch, an dem er jahrzehntelang gearbeitet hat, ist die Anfang 2015 erschienene Übersetzung des monumentalen Romans Horcynus Orca von Stefano D’Arrigo (S. Fischer), der wegen seiner hochkomplexen Stilmischung aus verschlungenen Satzketten voller Neologismen, Anklänge an das Sizilianische, verfremdeter Sprachbilder, Soziolekte und sogar Rückgriffe auf altgriechische und sikulische Elemente bisher als unübersetzbar galt. Mit bewundernswerter Erfindungskraft und Geduld, hat Moshe Kahn dieses Vor¬urteil glänzend widerlegt und dem bisher selbst in Italien nur wenig bekannten Großroman durch seine geniale schöpferische Nachgestaltung eine neue, auch internationale Leserschaft erschlossen.
Der Jury gehören an: Burkhart Kroeber, Gunther Nickel, Andreas Tretner, Peter Urban-Halle und Norbert Wehr.

Der mit 15.000 Euro dotierte Preis wird am 15. Oktober um 18 Uhr im Lesezelt der Frankfurter Buchmesse vergeben. Die Laudatio wird Dr. Klaus Voswinckel halten.

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