Prix Goncourt für François Weyergans / Prix Renaudot an Nina Bouraoui

Der französisch-belgische Schriftsteller François Weyergans erhält in diesem Jahr Frankreichs angesehenen Literaturpreis Prix Goncourt für den Roman «Trois jours chez ma mère».

Damit geht der als Favorit gehandelte Schriftsteller Michel Houellebecq erneut leer aus. Er hatte im Stechen gegen Weyergans mit vier zu sechs Stimmen das Nachsehen. Der parallel verliehene Prix Renaudot geht an Nina Bouraoui für «Mes mauvaises pensées».

Der 47 Jahre alte, auch ausserhalb Frankreichs viel gelesene Houellebecq hatte mit seinem futuristischen Roman «La possibilité d’une île» als Favorit für den Goncourt 2005 gegolten. Schon 1998 hatte die Preisjury seinem Roman «Elementarteilchen» (im Original: «Les Particules élémentaires») in buchstäblich letzter Runde ihre Gunst verweigert, was dem Erfolg des Buches aber keinen Abbruch tat.

Die doppelte Vergabe von Renaudot und Goncourt ist traditionell der Höhepunkt in Frankreichs Bücherherbst. Zum Auftakt der «Preis-Saison» hatte die französische Schriftstellerin Henriette Jelinek vergangene Woche für «Le Destin de Iouri Voronine» den Grossen Romanpreis der Académie française erhalten.

Die zehn Mitglieder der zu diesem Zweck von den Brüdern Goncourt gegründete Akademie bestimmen jedes Jahr, wer Preisträger wird. Die Wahl erfolgt nach einer Liste, die sukzessive gekürzt wird. Der Prix Goncourt ist nicht dotiert. Hingegen werden zusätzlich in seinem Namen Stipendien vergeben.

Die Akademie-Mitglieder werden auf Lebzeiten bestimmt und dürfen nicht gleichzeitig Mitglied der Académie Française sein. Stirbt jemand aus dem Kreis, suchen die Hinterbliebenen eine französischsprachige Autorin oder einen Autor als Nachfolger. Wer die Mitglieder sind (bekannte Namen sind dabei!) steht auf der Seite http://www.academie-goncourt.fr … der Klick dorthin lohnt sich.

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