Rattenfänger-Literaturpreis der Stadt Hameln für Peter Dickinsons „Tanzbär“ (Carlsen)

Nicht die deutschen Bestsellerautoren Cornelia Funke oder Kai Meyer, der Engländer Peter Dickinson erhält den mit 5.000 Euro dotierten 10. Rattenfänger-Literaturpreis für seinen in deutscher Übersetzung 2003 im Carlsen Verlag (Hamburg) erschienenen historischen Jugendroman „Tanzbär“.

Dickinson, 1927 in Sambia geboren, erzählt darin eine abenteuerliche Reise- und Lebensgeschichte aus der Epoche der Völkerwanderung. Laut Jury unter Vorsitz von Prof. Gundel Mattenklott beeindruckt das Buch, das zugleich ein Entwicklungsroman sei, „durch die farbige Darstellung der byzantinischen Lebenswelt, durch prägnante Details, psychologisch differenzierte Figurenzeichnung und freundlichen Humor“. Henning Ahrens habe die „vielschichtige, subtile Erzählung“ zudem „in ein angemessenes, gut lesbares und von Anglizismen freies Deutsch übersetzt“. Der Preis wird am 12. November 2004 im Rahmen eines Festaktes in Hameln verliehen.

Die Jury ehrt zudem zehn weitere Titel ideell mit der Aufnahme in eine Auswahlliste: „Die Schmusekönigin“ von Kristien Aertssen (Moritz), „Der gestiefelte Kater“ von Bruno Blume und Jacky Gleich (Kindermann), „Anaxandra“ von Caroline B. Cooney (Carlsen), „Tintenherz“ von Cornelia Funke (Dressler), „Ziemlich viele Prinzessinnen“ von Diana W. Jones (Carlsen), „Die Wellenläufer“ von Kai Meyer (Loewe), „Geisterschiff“ von Dietlof Reiche, „Glückskind“ von Karla Schneider (beide Hanser) , „Die Geschichte von Wilhelm Tell“ von Jürg Schubiger (Nagel & Kimche) und „Mimus“ von Lilli Thal (Gerstenberg).

Den Rattenfänger-Literaturpreis, mit dem Märchen- und Sagenbücher, phantastische Erzählungen und moderne Kunstmärchen für Kinder- und Jugendliche über das Thema Mittelalter ausgezeichnet werden, hatte die Stadt Hameln erstmals 1984 gestiftet. Er wird alle zwei Jahre verliehen. Zu den Preisträgern der Vergangenheit gehören u.a. Rafik Schami, Erwin Moser, Lisbeth Zwerger und Jutta Richter.

Harald Kiesel

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