Rauriser Literaturpreis an Kristof Magnusson

Kristof Magnusson erhält für sein Romandebüt „Zuhause“ (s. Abb.) den diesjährigen

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Rauriser Literaturpreis. Der von der Salzburger Landesregierung vergebene Preis ist mit € 7.300,– dotiert und wird für die beste Prosa-Erstveröffent-lichung in deutscher Sprache verliehen. Die Preisverleihung findet am 29. März 2006 im Rahmen der Rauriser Literaturtage statt.

Aus der Begründung der Jury, bestehend aus Daniela Strigl (Österreich), Urs Bugmann (Schweiz) und Martin Lüdke (Deutschland): „Kristof Magnussons Romanerstling „Zuhause“ spielt im gegenwärtigen Island. Er handelt von zer-brochenen und zerbrechenden Beziehungen, von Heimat, Identitäten, Verlust und von der abenteuerlichen Suche nach einer alten Handschrift, auf die es, obwohl sie die Handlung vorantreibt, eigentlich nicht ankommt. „Zuhause“ führt uns in Szenekneipen, Discos und Wohngemeinschaften; mit reichlich Alkohol und Gewalt. Wie beiläufig bezieht sich Magnusson auf die Tradition seiner Insel; aus dem Stoff der Sagen und Mythen des alten Island gewinnt seine Geschichte Tiefenschärfe und Dichte. Sie hält stets die Balance zwi-schen Witz und Tragik, überzeugt durch die souveräne Verknüpfung von Motiven und Handlungsfäden und zeigt überhaupt eine erstaunliche erzäh-lerische Reife des jungen Autors.“

Kristof Magnusson wurde 1976 in Hamburg geboren, machte eine Ausbil-dung zum Kirchen-musiker, arbeitete in der Obdachlosenhilfe in New York und studierte am Deutschen Literatur-institut Leipzig und an der Universität Reykjavík. Er hat mehrere Theaterstücke geschrieben, die mit großem Erfolg u.a. in Berlin, Dresden, Köln und Bonn aufgeführt wurden. Seine Arbeit als Theater- und Prosaautor wurde mit einer Reihe von Stipendien gefördert, u.a. von der Berliner Akademie der Künste, der Kulturstiftung des Freistaats Sachsen, dem Deutschen Literaturfonds und zuletzt von der Schweizeri-schen Lydia-Eymann-Stiftung. 2003 erhielt Magnusson den Literaturförder-preis der Freien und Hansestadt Hamburg. Magnusson ist auch als Über-setzer aus dem Isländischen tätig, derzeit übersetzt er den neuen Roman von Einar Kárason.

Kristof Magnussons erster Roman „Zuhause“ ist im Herbst 2005 im Verlag Antje Kunstmann erschienen und wurde von der Presse als herausragendes Debüt gefeiert.

Der seit 1972 vergebene Rauriser Literaturpreis zählt neben dem Aspekte-Literaturpreis international zu den bedeutendsten Debüt-Preisen. Für viele Autorinnen und Autoren war Rauris der Beginn ihrer literarischen Karriere, etwa für Bodo Hell oder Franz Innerhofer, Thomas Hürlimann, Ruth Klüger, Judith Kuckart, Thomas Lehr oder Juli Zeh.

Die 36. Rauriser Literaturtage finden von 29. März bis 2. April 2006 statt.
An den Lesungen und Veranstaltungen nehmen u.a. Hanns-Josef Ortheil, Robert Schindel, Martin Heckmanns und Ruth Schweikert teil. Nähere Informationen unter www.rauris.net/literaturtage.

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