Renate-Chotjewitz-Häfner-Förderpreis für Doris Lerche

Doris Lerche erhält den Preis von
Claus-Peter Leonhardt

Gestern Abend bekam die Frankfurter Karikaturistin und Autorin Doris Lerche den Renate-Chotjewitz-Häfner-Förderpreis im Rahmen einer Veranstaltung im Hessischen Literaturforum im Mousonturm verliehen.

Der Preis, der zum fünften Mal vergeben wurde, ist ein Vermächtnis der langjährigen Vorsitzenden des Verbands deutscher Schriftsteller (VS) in Hessen und wird seit 2011 jeweils am Todestag von Renate Chotjewitz Häfner – sie starb am 24. November 2008 – verliehen.

Der mit einem Geldbetrag dotierte Preis, so bestimmt es Chotjewitz-Häfner, sollte Autorinnen aus dem Frankfurter Raum zugute kommen.

Harry Oberländer, Geschäftsführer des Hessischen Literaturforums, begrüßte die vielen Gäste: „Dieser Abend ist eine meiner letzten Veranstaltungen. Nach knapp 30 Jahren wird es Zeit für einen Nachfolger – Björn Jager wird die Arbeit in bewährter Weise fortsetzen.“

Oberländer verwies auf Zusammenhänge literarischer Einrichtungen: Im gleichen Jahr, 1985, wurden in Frankfurt die Romanfabrik [mehr…] und auch das Hessische Literaturforum gegründet.

Der Autor und Literaturveranstalter Alexander Pfeiffer unterhielt sich auf dem Podium mit Doris Lerche. Seit 1976 lebt die in Münster Geborene, die Sprachen, Grafikdesign, Kunstpädagogik und Psychologie studierte, in Frankfurt, gehört zu den Gründungsmitgliedern und langjährigen Mitarbeitern der Romanfabrik.

Es ist ihr erster Preis, den sie an diesem Abend nach 40 Jahren selbstständiger Tätigkeit als Karikaturistin, Schriftstellerin und Performerin und etwa 25 Veröffentlichungen erhält – wahrlich verdient, darin sind sich alle Anwesenden einig.

Lerche hatte nicht nur einige ihrer Publikationen mitgebracht, sondern auch Unveröffentlichtes: Auf Tischen lagen Zeichnungen zu einem geplanten Buch: Das Lexikon der erotischen Loserinnen und Loser – ein Trostbuch. „In der Sexualität kann furchtbar viel schiefgehen – das interessiert mich“, nannte Lerche den Grund für diese Arbeit.

Außerdem beschäftige sie sich mit einem großen Roman, überarbeite ihn gerade zum x-ten Mal. Ein weiteres Projekt ist das 2012 gemeinsam mit Isis Mrugalla gegründeteAlondra Institute, eine Literaturresidenz im spanischen Andalusien in der Nähe der Straße von Gibraltar, die Stipendiaten aus Europa und Nordafrika zusammenbringen soll und somit zu einem größeren Verständnis der Kulturen beitragen will.

Doris Lerche und Renate Chotjewitz-Häfner kannten einander, beide waren in der Frauenbewegung engagiert und im VS, initiierten die Romanfabrik mit. Chotjewitz-Häfner gehörte auch zu den Gründungsmitgliedern des späteren Literaturforums. „Unsere Beziehung war nicht konfliktfrei. Aber Renate Chotjewitz-Häfner moderierte meine Lesung aus dem Roman Wo ist Romeo? (1997) mit soviel Feingefühl an, wie ich es noch nie erlebt hatte“, erinnerte sich die Preisträgerin.

„Doris Lerche war schon richtig top“, begann Peter Zingler seine Laudatio, „alles, was sie sagte, meinte sie auch.“ Auf die Gründung der Romanfabrik eingehend, äußerte Zingler: „Sie hat den Hausbesitzer Dieter Engel platt geredet. Dann entstand die Romanfabrik in der Uhlandstraße 21.“

Claus-Peter Leonhardt, Vorsitzender des VS-Landesverbandes Hessen, überreichte Doris Lerche die Urkunde zum Renate Chotjewitz-Häfner-Förderpreis und Blumen.

Anschließend las die Geehrte aus ihrem neuen Romanmanuskript.

JF

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