Walter-Hasenclever-Literaturpreis 2004 an Friedrich Christian Delius

Der Berliner Schriftsteller F. C. Delius erhält den diesjährigen Walter-Hasenclever-Literaturpreis der Stadt Aachen.

Wie das Kuratorium der Walter-Hasenclever-Gesellschaft bekannt gab, wird Delius als Autor gewürdigt, der dank seiner Gedichte und Erzählungen schon lange zu den renommiertesten Vertretern des deutschen Literaturbetriebes zählt. Delius sei ein „technisch makelloser und sprachlich brillanter Schriftsteller, dessen Arbeit von einem tief empfundenen gesellschaftspolitischen Verantwortungs-bewusstsein getragen wird“. Sein vielfältiges Oeuvre weise Delius als einen Künstler mit einem ungewöhnlich hoch entwickelten ethischen Anspruch aus, bei dem Selbstgerechtigkeit oder Intoleranz keinen Freiraum genießen. In Werken wie der im Rowohlt Verlag erschienen Erzählung „Die Flatterzunge“ trete der Autor als ein Dichter hervor, der gerade durch die Schilderung von an sich unspektakulären Einzelheiten zu den wesentlichen, den eigentlich aufschlussreichen Facetten eines brisanten Themas vorzudringen vermag. Sein beharrliches Ankämpfen gegen Philistertum und manche allzu deutsche Befindlichkeit mache Delius zu einem im Geiste mit Walter Hasenclever verwandten Zeitgenossen. Die Preisverleihung findet im September im Rahmen der Aachener Literaturtage statt.

Der Literaturpreis der Stadt Aachen wurde im Gedenken an den in Aachen geborenen Schriftsteller Walter Hasenclever gestiftet. Er zeichnet literarische Arbeiten aus, die in der künstlerischen Grundhaltung, durch Themenwahl oder durch literarische Form mit dem Wirken Hasenclevers in Verbindung gebracht werden können. Zu den bisherigen Preisträgern des alle zwei Jahre verliehenen Preises gehören Peter Rühmkorf, George Tabori, Oskar Pastior und Marlene Streeruwitz.

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