Wiesbaden: Gütesiegel „Lesefreude Hessen – Anerkannter Lesepartner“ vergeben

Gütesiegel als Garant und Wegweiser

Im Wiesbadener Literaturhaus, der Villa Clementine, wurden heute 54 hessische Buchhandlungen mit dem Gütesiegel Lesefreude Hessen – Anerkannter Lesepartner 2014/2015 ausgezeichnet.

Andreas Auth, Vorsitzender des Landesverbandes Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland im Börsenverein des Deutschen Buchhandels, begrüßte die Buchhändler. Das Gütesiegel wurde zum dritten Mal vergeben. Der hessische Kultusminister R. Alexander Lorz und Andreas Auth überreichten die Auszeichnung.

„Warum lesen wir? Schüler antworteten auf diese Frage, dass sie lesen, um sich zu informieren, um etwas zu erfahren, um ihre Kritikfähigkeit zu schulen. Lesebegeisterte ergänzten: Es gehe auch darum, die Neugier anzuregen, in andere Welten zu entfliehen, das Bewusstsein zu verändern“, berichtete Auth. Wenn Kinder das Lesen lernten, freuten sie sich. Später fänden sie jedoch Lesen als zeitaufwändig. „Wir sollten dieses positive Lesegefühl der Kinder weitertragen und stärken. Die Buchhändler helfen, die passende Lektüre zu finden, sie sind Vorkoster, analysieren Nähr- und Schadstoffe“, sagte Auth.

Das Gütesiegel zeichnet Buchhandlungen aus, die sich in besonderem Maße um Kinder- und Jugendliteratur kümmern, phantasievolle Veranstaltungen auf die Beine stellen und mit den örtlichen Kindergärten, Schulen und Jugendeinrichtungen zusammenarbeiten.

„Das Gütesiegel soll etwas bewirken. Werben Sie damit!“, forderte Auth auf, „Gütesiegel sind Garanten für kompetente Beratung.“ Der Landesverbandsvorsitzende zitierte Alfred Döblin, der sagte: „Jedes Buch wirft am Ende dem nächsten Buch den Ball zu.“ Auth unterstrich, dass diese Feststellung auch für die Arbeit in Buchhandlungen gelte.

Alexander Lorz erinnerte an Astrid Lindgren, für die das Lesen das größte Abenteuer gewesen sei. „Dieses Abenteuer zu erhalten, ist Aufgabe der gesamten Gesellschaft. Den Buchhändlern kommt dabei eine besondere Rolle zu.“ Lesen habe auch im digitalen Zeitalter nicht an Bedeutung verloren. „Wenn mir jemand etwas mit Piktogrammen erklären will, macht mich das wahnsinnig“, bemerkte der Minister. Er legte großen Wert auf Lesekompetenz. „Das Buch nimmt immer noch eine zentrale Stelle ein. Das sollte erhalten werden“, unterstrich Lorz. „Mädchen lesen statistischen Erhebungen zufolge mehr als Jungen. Das wäre auch noch eine Aufgabe, der man sich widmen könnte“, fügte er hinzu.

Buchhandlungen hätten eine herausragende Bedeutung: „Wer das Gefühl schon einmal erlebt hat, sich in einer Buchhandlung wie in einem Bücher-Paradies zu fühlen, wird es nicht mehr vergessen“, war sich der Minister sicher. Dieses Gefühl versuchten Buchhandlungen, die mit dem Gütesiegel ausgezeichnet werden, zu vermitteln, denn eine Buchhandlung sei weit mehr als Bücher in Regalen und daneben eine Kasse – die Anwesenden nickten zustimmend.

Am 6. Februar werden weitere 37 Buchhandlungen aus Rheinland-Pfalz und am 9. Februar 12 Buchhandlungen aus dem Saarland mit dem Gütesiegel ausgezeichnet.

JF

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