ZDF-„aspekte“-Literaturpreis 2014 geht an Katja Petrowskaja

Der ZDF „aspekte“-Literaturpreis geht in diesem Jahr an Katja Petrowskaja für ihren Roman „Vielleicht Esther“. Die Preisträgerin wird in der ZDF-Kultursendung „aspekte“ am Freitag, 3. Oktober 2014, 23.55 vorgestellt.

Hier die Begründung der Jury des ZDF-„aspekte“-Literaturpreises, zu der Jana Hensel (Der Freitag), Ursula März (Die Zeit), Daniel Fiedler (Redaktionsleiter ZDF Kultur Berlin) und Volker Weidermann (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung gehören:

„Die 1970 in Kiew geborene Katja Petrowskaja begibt sich in ihrem Roman „Vielleicht Esther“ auf die Suche nach all den verschwundenen Menschen, Gesichtern, Gestalten und Namen aus ihrem Stammbaum und rekonstruiert so die Geschichte ihrer Familie. Und wenn man wie sie aus einer jüdischen Familie stammt, dann bedeutet das, ein Buch über viele Tote und wenige Lebende, über Pogrome, Vertreibungen und den Holocaust, über den Sozialismus und den Kommunismus, über das 19., 20. und 21. Jahrhundert, über Deutschland, Polen und Russland zu schreiben und sich in all dem gegen das Nichtwissen und Vergessen zu stemmen und für die Erinnerung da zu sein.

Mit „Vielleicht Esther“ ist Katja Petrowskaja ein überwältigendes Debüt gelungen. Es reißt den osteuropäischen Himmel auf und zeigt den deutschen Lesern eine Welt, von der so noch nicht erzählt worden ist. Und das wohl Erstaunlichste daran: Katja Petrowskaja schrieb „Vielleicht Esther“ in Deutsch, in einem russischen, einem jiddischen, einem ukrainischen Deutsch, in einem leichten und hellen, einem melancholischen und traurigen Deutsch, das einem vertraut und fremd zugleich erscheint. Der Weg zu diesem Buch mag lang, ereignisreich und mitunter sehr beschwerlich gewesen sein, mit Katja Petrowskaja aber ist die deutsche Literatur um eine wichtige Stimme reicher geworden.“

Kommentare (0)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.