Der Bericht des Schatzmeisters

Jürgen Horbach

„Alle sind am Geld interessiert, wir auch“ – so eröffnete Jürgen Horbach, Schatzmeister des Börsenvereins, seinen Bericht auf der 184. Hauptversammlung. Die globale Finanzkrise werde auch an der Buchbranche nicht spurlos vorübergehen.

Tendenziell würden die Mitgliedsbeiträge, die wichtigsten Einnahmen (60-70 Prozent) des Börsenvereins, weiter sinken. 140 Firmen scheiden im Schnitt jährlich aus.

Durch erstmalige Umsetzung der aus der Beitragsreform eingeführten Testatspflicht hat es in 2008 allerdings höhere Mitgliedseinnahmen (+251 T€) gegeben. Für das kommende Jahr rechnet man mit einem Rückgang von elf Prozent.

Mehrfach gelobt wurde die Transparenz des Finanzberichts. Vier Themen sprach Horbach an: Das Haus des Buches, die BAG, die Schulen des Deutschen Buchhandels sowie den Umzug in die Braubachstraße:

Noch in diesem Jahr sollen die finanziellen Auswirkungen des Haus des Buches „finalisiert“ sein, ab 2010 werde dies dem Börsenverein jährlich mit einem Millionenbetrag zu Gute kommen.

Thema BAG: Die Umstellung auf den neuen Anbieter sei nicht so reibungslos gelaufen wie geplant, aber nun so gut wie abgeschlossen. Horbach gab jedoch zu Bedenken: „Ohne Neukundengewinnung wird die BAG auf Dauer ein operatives Problem bekommen.“ Die Zukunft der BAG hänge davon ab, wie die Mitglieder des Börsenvereins dieses Instrument nutzten.

Der Investitionsstau bei den Schulen des Deutschen Buchhandels ist vom Hauptverband mit 1,5 Mio Euro aufgefangen worden, so dass die Branche mit Abschluss der Sanierungsmaßnahmen über ein modernes Ausbildungsinstrument verfüge.

Das finanziell bedeutendste Vorhaben des Börsenvereins, der Umzug in die Braubachstraße, steht später noch auf der Tagesordnung. Es geht um ein Geamtvolumen Bau- und Nebenkosten von 16,5 Mio. Euro.

Nachfragen gab es zur Gründung der Stiftung Deutscher Buchpreis, für die der Börsenverein 100.000 Euro Stiftungsvermögen aufgewendet hat. Diese Stiftung diene dazu, gemeinnützige Spendengelder anzuwerben, erläuterte Horbach.

Dem Antrag auf Genehmigung des Jahresabschlusses 2008 mit einem Jahresergebnis von -548.603 Euro (entstanden durch die Sonderabschreibung auf das Haus des Buches, -699 T€, den Verlustausgleich für die Schulen des deutschen Buchhandels, -249 T€, und durch die Gründung der Stiftung Deutscher Buchpreis, -100.000 Euro) stimmte die Hauptversammlung einstimmig zu.

Diskutiert wurde das Budget für 2010: Geplant ist ein Ergebnis von 82.107 Euro. Widerspruch gab es gegen die Kürzung der Beiträge an internationale Verbände. Horbach schlug vor, diese Beiträge an anderer Stelle einzusparen.

Der Antrag für das Budget für das Vereinsjahr 2010 wurde mit 26 Gegenstimmen und sieben Enthaltungen angenommen.

Der Vorstand wurde einstimmig entlastet.

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