Werner Dohr: Alle verdienen am illegalen Download, nur Verleger und Autoren nicht

Werner Dohr

Werner Dohr darf illegal downloaden. Er arbeitet beim LKA Nordrhein-Westfalen und beobachtet den Datenklau jeden Tag am Bildschirm.

In einem Tag, so sagte er, kann er den ganzen „Datenbestand“ einer Buchhandlung mühelos aus dem Netz ziehen. Zwischen 50.000 und 100.000 Seiten kursieren im Netz, die illegale Downloads anbieten. Natürlich in allen Qualitäten. Und: Diese Seiten zusammen haben mehr Zugriffe als beispielsweise die Wikipedia Deutschland.

Die technischen Möglichkeiten und die Möglichkeit der Suche sind technisch unbegrenzt. 50 Millionen Zugriffe pro Monat bei den Piratenseiten sind keine Seltenheit. Damit sind diese Seiten als Werbeträger sehr begehrt: „Alle verdienen an diesem Geschäft“, so Dohr, „nur Sie als Verleger nicht.“

Und er zeigte, wie komfortabel der Datenklau zu bewerkstelligen ist. Klar ist, dass kein Land allein dieses Problems Herr werden kann – schon allein deshalb, weil illegale Server irgendwo auf der Welt und unter falschen Namen angemietet werden: man spricht von sogenannten „kugelsicheren Servern“, die, etwas teurer in der Anmietung, garantieren, dass jeglicher staatliche Angriff unmöglich ist.

Übrigens darf man den Betreibern kein inhaltliches Interesse unterstellen. WAS da illegal ins Netz gestellt werde, sei diesen Leuten egal: Sie seien nur an Werbeeinnahmen interessiert. Und dabei geht es nicht um Kleckerbeträge. Gewinne von monatlich 30.000 bis 100.000 Euro sind keine Seltenheit.

„Bei meinen Ermittlungen habe ich in Sekundenschnelle Deutschland verlassen“, sagte Dohr. Es hilft nur eins: der Piraterie weltweit den Kampf ansagen.

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