Workshop Urheberrechtsverletzungen im Internet mit Volker von Vietsch

Volker von Vietsch

Wie funktioniert denn eigentlich das Geschäft der Datenpiraten. Volker von Vietsch von der eEurope GmbH, von Haus aus Physiker, erklärte im Workshop, wie organisierte Urheberrechtsverletzungen im Internet vonstatten gehen.

Dabei geht es nicht um Freaks, die Daten tauschen, sondern um Kriminalität im großen Stile. Die gute Nachricht vorweg: Technisch ist es möglich, den Piraten das Handwerk zu legen, und juristisch sind im Prinzip auch alle Möglichkeiten vorhanden.

Beispiel: One-Click-Hoster: mit einem Click kommt man schnell und bequem an die illegalen Inhalte. Der größte: rapidshare.com (160 Mio. hochgeladene Dateien, 42 Mio. Besucher täglich) – früher München, derzeit ansässig in der Schweiz. Von Vietsch zeigte, dass rapid.com im Ranking besser abschneidet als zum Beispiel eBay. Diese Hoster freilich braucht für sein Tun eine Infrastruktur – dass er sich ins Nirwana, z.B. die Fidschi-Inseln absetzt, um juristisch auf der sicheren Seite zu sein, ist eher unwahrscheinlich.

Und so geht’s: Irgendwer erstellt eine digitale Kopie. Die Kopien werden im Netz so veröffentlicht, dass sie auffindbar sind: Auf einer Site, die für die Werbeindustrie interessant sind, weil viele Unser diese Site frequentieren. Verdient wird an der Werbung und an den Hostinggebühren. „Es ist so, als wenn der Handel nur die Miete bezahlt, aber nicht die Ware“, so von Vietsch.

Werbung wird in diesem Falle übrigens gemakelt, z.B. über adbrite.com. „Platziere meine Werbung auf möglichst vielen Seiten“, heißt es bei der Auftragserteilung auch bei durchaus respektablen Unternehmen, und wenn die Werbung dann auf einmal auf illegalen Seiten steht, ziehen sich diese Firmen gern auf den Makler zurück: Interessiert uns doch nicht, WO die Werbung steht… Und Millionen und aber Millionen Clicks sorgen für Traffic und entsprechen Umsatz. Legale und illegale Daten vermischen sich, und das Ganze gibt sich den Anstrich der Legalität.

Problem der Werbung auf solchen Seiten ist weiterhin: User, die auf solchen Seiten z.B. Telekom-Werbung sehen, fühlen sich qua Autoritätsbeweis eines anerkannten Unternehmens relativ sicher, mit einem Download nichts Illegales zu tun.

Wie geht man vor, wenn man sein Buch auf einer illegalen Seite findet? Z.B. ersteinmal versuchen, dieses Angebot löschen zu lassen. Was nicht unerfolgreich sein muss, so viele dieser One-Click-Hoster gibt es nicht. Der Referent erklärte an Hand von Beispielen, wie man solche illegalen Angebote aufspürt.

P2P, Link-Kataloge, Streaming-Angebote, Community-Sites: schöne neu Internet-Welt! Über alle diese Verteilerknoten läuft das illegale Geschäft. Alle verdienen daran, und zwar, da es um Millionen Teilnehmer geht, nicht schlecht. Wer nichts verdient, sind die Urheber.

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