Kartellrechtsbeschwerde gegen Audible: Börsenverein begrüßt Ermittlungen des Bundeskartellamts

Die Kartellrechtsbeschwerde des Börsenvereins gegen die Amazon-Tochter Audible geht in die nächste Runde [mehr…]: Aufgrund der Beschwerde des Börsenvereins leitet das Bundeskartellamt jetzt ein Verfahren gegen Audible.com und gegen die Apple Computer Inc. ein.

„Wir begrüßen es, dass das Bundeskartellamt unsere Darstellung zum Anlass nimmt, ein Verfahren einzuleiten und die Vereinbarung zwischen der Amazon-Tochter Audible und Apple genauer prüft. Hörbuchverlage brauchen eine adäquate Möglichkeit, ihre Hörbücher auch unabhängig von Audible vertreiben zu können. Das ist in der derzeitigen Konstellation nicht möglich. Die Leidtragenden sind nicht nur Hörbuchverlage, sondern auch Buchhändler sowie der Zwischenbuchhandel und am Ende der Leser und Hörer, denn eine solche Geschäftspolitik gefährdet die kulturelle Vielfalt und die Qualität auf dem Buchmarkt“, kommentiert Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins, die Entscheidung des Bundeskartellamts.

Der Börsenverein hat in seiner Beschwerdeschrift an das Bundeskartellamt den Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung beim Vertrieb digitaler Hörbücher durch Amazon und dessen Tochter Audible beanstandet. Der Vorwurf: Audible nutzt seine Marktstellung, um Hörbuchverlagen unzumutbare Bedingungen für die Vermarktung digitaler Hörbücher aufzuzwingen. So sollen die Verlage durch Kündigung bestehender Lizenzverträge in ein Flatratemodell gedrängt werden, mit dem deutlich niedrigere Umsätze erzielt werden können. Über die Onlineplattformen von Audible und Amazon sowie über den iTunes Store von Apple, der von Audible exklusiv beliefert wird, werden nach Menge und Umsatz mehr als 90 Prozent aller Downloads von Hörbüchern in Deutschland getätigt.

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