Ueberreuter brachte Buchhändlern Fantasy-Literatur näher

Der Ueberreuter Verlag, der sich mit der Entdeckung von Bestseller-Autor Wolfgang Hohlbein vor 20 Jahren einen Namen als Fantasy-Verlag gemacht hat, veranstaltete vom 12. bis 14. Mai 2002 ein Seminar zum Thema. 30 Buchhändler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz tauchten bei Salzburg in fantastische Welten ab. Mit von der Partie war auch Bestseller-Autor Wolfgang Hohlbein.
Das kompakte Seminar startete Wolfgang Pesch mit einer Einführung in Geschichte und Strukturen fantastischer Lesewelten. Der erfolgreiche Autor und Experte – er hatte 1981 mit seiner Promotion über Theorie und Geschichte der Fantasy-Literatur die erste deutsche Arbeit zu diesem Thema vorgelegt – erklärte die Komplexität dieser Literaturgattung. Für jeden Lese-Geschmack ist in dem weiten Spektrum von High-, Historical- und Heroic- bis zu Dark-, Epic- und Funny-Fantasy bestens gesorgt.
Werbefachmann Jörg Hagemann, der neben seiner hauptberuflichen Tätigkeit erfolgreich Kinder- und Jugendromane schreibt, referierte über Sinn und Zweck einer Fantasy-Markenstrategie am Beispiel der seit Herbst letzten Jahres bei Ueberreuter neu eingeführten Marke „Meister der Fantasy“.
Was aber hilft alles buchhändlerische Wissen und Wohlwollen, wenn die Bücher vom interessierten Lese-Publikum nicht wahrgenommen werden? Daher zeigte Buchhändlerin Monika Trapp, wie man ein erfolgreiches Fantasy-Event organisiert. „Wir haben im letzten Oktober sechs Fantasy-Autoren auf drei Bühnen in unserer Buchhandlung lesen lassen – von 22.00 Uhr bis 2.00 Uhr. Die Veranstaltung war ein absoluter Erfolg und hat einmal mehr gezeigt, dass sich viele Erwachsene von Fantasy-Literatur angesprochen fühlen.“
„Verkaufs-Strategien“ zu vermitteln lag Ueberreuter-Geschäftsführer Fritz Panzer am Herzen. Seine Theorie: „Letztlich braucht niemand ein Buch. Man benötigt einen speziellen Inhalt. Und den muss der Buchhändler so vermitteln, dass der Buchkäufer die Buchhandlung zufrieden verlässt – mit einem Buch unter dem Arm und dem Gefühl, verstanden worden zu sein.“
Damit aber nicht nur graue Theorie die bunte Fantasy-Bücherwelt zusammenhielt, lasen Autorenpaar Jörg und Corinna Kastner sowie Wolfgang Hohlbein aus ihren Werken
Für Stefanie Richter von der Thalia-Buchhandlung aus Hamm waren die Tage in der Idylle von Anthering bei Salzburg eine grundlegende Erfahrung: „Ich dachte immer, Fantasy ist nur etwas für Freaks, und erwartete mit änigmatischen Zeichen behängte Buchhändler in Walle-Gewändern. Die Kollegen waren aber „total normal“, die lesenden Autoren sympathisch, kompetent und alles andere als abgehoben.“

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