Umsatzrückgänge betreffen alle Warengruppen (auf alle Vertriebswege bezogen), wenn auch unterschiedlich stark Branchen-Monitor Buch registriert Umsatzeinbrüche durch geschlossene Läden im April

Das meldet eben der BranchenMonitor Buch des Börsenvereins:

Die Buchhandlungen reagierten mit viel Einsatz und Kreativität auf die Mitte März angeordneten Ladenschließungen im Zuge der Eindämmung der Corona-Pandemie, dennoch hinterließen die Shutdown-Maßnahmen tiefe Löcher in den Bilanzen des Buchhandels.

Im April, in dem die Buchhandlungen mit Ausnahme von Berlin und Sachsen-Anhalt den überwiegenden Teil des Monats geschlossen hatten, zeigen sich die Auswirkungen der Krise besonders deutlich: Im April 2020 bewegten sich die Umsätze in den Vertriebswegen Sortimentsbuchhandel, E-Commerce, Bahnhofsbuchhandel, Kauf-/Warenhaus sowie Elektro- und Drogeriemarkt zusammen 33,0 Prozent unter denen des Vorjahresmonats. Um das veränderte Kauf- und Lieferverhalten in Zeiten von Lockdown und „social distancing“ abbilden zu können, werden hier in den Schließungswochen wie bereits im Vormonat auch Umsätze berücksichtigt, die die stationären Vertriebswege im Rechnungsgeschäft mit Privatpersonen erwirtschaften. Für die ersten vier Monate des Jahres ergibt sich damit ein Umsatzrückgang um 14,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der Absatz – also die Zahl verkaufter Exemplare – ging im Vergleich zum April des Vorjahres um 33,9 Prozent zurück.  Im Schnitt bezahlten die Käufer im vergangenen Monat 13,57 Euro pro Buch und damit 1,4 Prozent mehr als im Vergleichsmonat.

Noch deutlicher schlagen sich die Auswirkungen der Ladenschließungen naturgemäß in den Bilanzen des Sortimentsbuchhandels nieder: Hier lagen die Umsätze im April 46,9 Prozent unter denen des Vergleichsmonats (einschließlich Privatkunden-Rechnungsgeschäft in den Schließungswochen). Beim Absatz musste das Sortiment einen Rückgang um 51,1 Prozent verkraften. Die bezahlten Preise stiegen dafür im Schnitt deutlich um 8,5 Prozent.

Die Umsatzrückgänge im April betreffen alle Warengruppen (auf alle Vertriebswege bezogen), wenn auch unterschiedlich stark: Vergleichsweise gut schlugen sich erneut die Kinder- und Jugendbücher (minus 19,6 Prozent). Meistverkaufter Titel war in den hier betrachteten Vertriebswegen wie in den Vormonaten „Das NEINhorn“ von Marc-Uwe Kling (Carlsen) und auch auf den folgenden Plätzen gab es im Vergleich zum Vormonat keine Veränderungen. Platz zwei geht erneut an „Rico, Oskar und die Tieferschatten (Rico und Oskar 1)“ von Andreas Steinhöfel (Carlsen) in der Taschenbuchausgabe und auf Platz drei folgt „Löcher“ von Louis Sachar (Beltz).

Die Belletristik verzeichnet im Vergleich zum Vorjahresmonat ein Minus von 28,8 Prozent. Hier konnte sich im April die Neuausgabe von „Der Klang des Herzens“ von Jojo Moyes (Rowohlt Tb.) an die Spitze der Bestsellerliste setzen. Darauf folgen wie im Vormonat „Die Mondschwester (Die sieben Schwestern, Band 5)“ von Lucinda Riley (Goldmann) und „Stern 111“ von Lutz Seiler (Suhrkamp), das mit dem Preis der Leipziger Buchmesse 2020 ausgezeichnet wurde.

Noch deutlicher fallen die Umsatzrückgänge bei den Ratgebern (minus 34,1 Prozent) und beim Sachbuch (minus 42,0 Prozent) aus. Am meisten gab erneut der Umsatz mit Reisebüchern nach. Nachdem er im März schon um gut die Hälfte eingebrochen war, schneidet diese Warengruppe im April noch schlechter ab (minus 76,4 Prozent). Auch das Geschäft mit wissenschaftlichen Titeln leidet unter den Ladenschließungen: Die Warengruppe Geisteswissenschaften, Kunst, Musik liegt 32,3 Prozent unter dem Vorjahresniveau und die Segmente Naturwissenschaften, Medizin, Informatik, Technik (minus 32,9 Prozent) sowie Sozialwissenschaften, Recht, Wirtschaft (minus 26,5 Prozent) generierten ebenfalls deutlich weniger Umsatz als im Vergleichsmonat.

Alle Editionsformen verbuchen im April deutliche Verluste: Die Hardcover/Softcover liegen 33,9 Prozent unter dem Ergebnis des Vorjahresmonats, die Taschenbücher liegen 28,3 Prozent darunter. Noch etwas größer waren die Verluste bei den Hörbüchern (minus 37,0 Prozent) sowie insbesondere bei den Kalendern (minus 52,7 Prozent) und Karten/Globen (minus 67,3 Prozent).

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