Buchhandel Branchen-Monitor Buch registriert: „Kleiner Dämpfer am Buchmarkt: Umsatzrückgang im September“

Das meldet eben der BranchenMonitor Buch des Börsenvereins:

„Nach zwei guten Monaten bringt der September Rückgänge bei Absatz und Umsatz. Betroffen ist davon insbesondere der Sortimentsbuchhandel, wo die coronabedingte Umsatzlücke ohnehin schon vergleichsweise groß ist.

Die Umsätze in den Vertriebswegen Sortimentsbuchhandel, E-Commerce, Bahnhofsbuchhandel, Kauf-/Warenhaus sowie Elektro- und Drogeriemarkt bewegten sich im September zusammen 0,9 Prozent unter denen des Vorjahresmonats. Allerdings hatte der September 2020 mit einem Umsatzplus von 8,0 Prozent auch ein Traumergebnis einfahren können. Der Absatz – also die Zahl verkaufter Exemplare – ging im Vergleich zum September des Vorjahres leicht zurück (minus 0,4 Prozent). Dazu gab es zum ersten Mal seit langer Zeit auch einen Rückgang bei den bezahlten Preisen: Im Schnitt bezahlten die Käufer*innen im vergangenen Monat 13,79 Euro pro Buch und damit 0,5 Prozent weniger als im Vergleichsmonat. Damit ergibt sich für die ersten drei Quartale des Jahres 2021 kumuliert ein Umsatzplus von 3,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, beim Absatz ergibt sich ein Plus von 0,9 Prozent.

Da allerdings Umsätze und Absätze des Vorjahres schon vom ersten Lockdown im Frühjahr 2020 geprägt waren, ist auch der Vergleich mit dem Vor-Corona-Jahr 2019 aufschlussreich: Demzufolge liegt der Umsatz nach den ersten drei Quartalen des Jahres 2021 nur noch 0,6 Prozent unter dem des Vergleichszeitraums 2019. Ende August betrug der Rückstand noch 1,5 Prozent, es konnte also im September knapp ein Prozentpunkt aufgeholt werden. Deutlicher ist der Rückgang weiterhin beim Absatz: In den ersten drei Quartalen diesen Jahres wurden 5,3 Prozent weniger Exemplare verkauft als im entsprechenden Zeitraum 2019, allerdings war der Rückstand bis Ende August mit minus 6,5 Prozent auch hier noch deutlich größer gewesen.

Im Sortimentsbuchhandel fällt die September-Bilanz schlechter aus. Hier gingen die Umsätze im Vergleich zum Vorjahresmonat um 4,7 Prozent zurück – bei gleicher Anzahl an Verkaufstagen wie im Vergleichsmonat. Allerdings lag die Latte mit einem Umsatzplus von 6,5 Prozent im Vorjahres-September hier ebenfalls recht hoch. Nach den ersten drei Quartalen diesen Jahres ergibt sich damit kumuliert ein Umsatzminus von 6,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Damit hat sich die Umsatzlücke erneut etwas verkleinert, denn bis Ende August betrug der Rückstand auf den Vorjahreszeitraum noch 6,9 Prozent. Beim Absatz verzeichnet das Sortiment im September 2021 ein Minus von 4,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahrsmonat. Kumuliert ist so bis Ende September ein Absatzminus von 9,9 Prozent aufgelaufen. Die bezahlten Preise sanken im Vergleich zum Vorjahresmonat im Schnitt um 0,6 Prozent auf 13,63 Euro. Vergleicht man die Zwischenergebnisse mit den ersten drei Quartalen des „normalen“ Jahres 2019, dann ergibt sich kumuliert ein Umsatzminus von 14,9 Prozent und ein Absatzrückgang um 20,2 Prozent. Auch diese Werte sehen besser aus als die Zwischenbilanz Ende August (Umsatz: minus 16,9

Prozent, Absatz: minus 22,6 Prozent), der Rückstand bleibt aber groß.
Bei den Warengruppen zeigt sich im September ein durchmischtes Bild (alle Vertriebswege). Den größten Umsatzzuwachs können wie schon im August die Reisebücher verbuchen (plus 4,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat), die allerdings im Vergleichsmonat aufgrund der Unsicherheiten und Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie auch einen besonders großen Umsatzrückgang zu verkraften hatten. Die Belletristik – die nach Umsatzanteil bedeutendste Warengruppe – kann das sehr gute Ergebnis des Vorjahresmonats noch etwas übertreffen (plus 1,5 Prozent). Meistverkaufter Titel in den hier betrachteten Vertriebswegen ist die September-Neuerscheinung „Rehragout-Rendezvous“ von Rita Falk (dtv). Den zweiten Platz kann sich „Todesschmerz“ von Andreas Gruber (Goldmann) sichern, der sechste Band einer Thrillerreihe und ebenfalls Mitte September erschienen. Die Taschenbuchausgabe von „Der Gesang der Flusskrebse“ von Delia Owens (Heyne), der Toptitel des Vormonats, rutscht auf Platz drei.

Auch die Kinder- und Jugendbücher sind im September weiter auf der Erfolgsspur und können ihr glänzendes Vorjahresergebnis noch etwas überbieten (plus 2,2 Prozent). Die Liste der meistverkauften Titel wird im September erneut von Marc-Uwe Klings Longseller „Das NEINhorn“ (Carlsen) angeführt. Platz zwei geht mit „Petronella Apfelmus: Eismagie und wilde Wichte. Band 9“ von Sabine Städing (Boje) an eine Neuerscheinung. Darauf folgt „PAW Patrol – Der Kinofilm“, das Buch zum Film (Nelson).

Die Ratgeber schneiden mit einem Minus von 7,2 Prozent deutlich schlechter ab als im guten Vorjahresmonat und auch die Sachbücher können nicht ganz an das gute Ergebnis des Vergleichsmonats anknüpfen (minus 1,9 Prozent).
Die Wissenschaften generieren ausnahmslos weniger Umsatz als im Vorjahresmonat: Die Warengruppe Geisteswissenschaften, Kunst, Musik verbucht ein Minus von 2,3 Prozent. Die Segmente Naturwissenschaften, Medizin, Informatik, Technik (minus 8,2 Prozent) und Sozialwissenschaften, Recht, Wirtschaft (minus 6,2 Prozent) bleiben noch deutlicher hinter dem Ergebnis des Vorjahresmonats zurück.

Kumuliert liegen in der Zwischenbilanz nach den ersten drei Quartalen des Jahres fast alle Warengruppen über dem Vergleichszeitraum des – ebenfalls krisengeschwächten – Vorjahres, nur die Reisebücher erreichen das Ergebnis des Vorjahreszeitraums nicht (minus 7,2 Prozent). Verglichen mit dem entsprechenden Zeitraum des Vor-Corona-Jahres 2019 sieht die Bilanz jedoch etwas schlechter aus: Die Ratgeber (minus 3,5 Prozent) und insbesondere die Reisebücher (minus 31,0 Prozent) verzeichnen hier ein Minus. Die Belletristik hat im September aufgeholt und liegt nun etwas über dem Niveau von 2019 (plus 0,9 Prozent). Auch das Sachbuch liegt etwas über dem Ergebnis des Vor-Corona-Jahres (plus 0,9 Prozent) und die Kinder- und Jugendbücher verbuchen sogar ein deutliches Plus (plus 10,8 Prozent). Die Wissenschaften schneiden ebenfalls überwiegend besser ab als 2019.
Bei den Editionsformen können im September nur die Kalender einen Umsatzzuwachs verbuchen (plus 5,6 Prozent), allerdings sind die Umsätze mit Kalendern im September generell noch nicht so groß. Die Taschenbücher können fast an das Ergebnis des Vorjahresmonats anknüpfen (minus 0,1 Prozent), bei den Hardcovern/Softcovern ist der Rückgang etwas größer (minus 1,2 Prozent). Karten/Globen (minus 10,3 Prozent) und Hörbücher (minus 12,5 Prozent) müssen zweistellige Rückgänge hinnehmen. In der kumulierten Betrachtung schneiden nur die Hardcover/Softcover (plus 7,4 Prozent) besser ab als im Vorjahreszeitraum. Ein ähnliches Bild zeigt sich auch im Vergleich mit den ersten drei Quartalen 2019: Die Hardcover können als einzige Editionsform das Ergebnis von 2019 überbieten (plus 3,7 Prozent).“

Der Buchmarkt in Deutschland setzt sich aus unterschiedlichen Vertriebswegen zusammen (Marktanteile beziehen sich auf das Jahr 2020). Das Handelspanel von Media Control deckt bisher die rot gefärbten Vertriebswege ab: Sortimentsbuchhandel, Warenhäuser, E-Commerce sowie teilweise die sonstigen Vertriebswege (Bahnhofsbuchhandel, Elektro- und Drogeriemärkte sind im Handelspanel von Media Control enthalten).

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