Nach Wiedereröffnung und Ostergeschäft: Buchhandel mit deutlichem Plus im März

Das meldet heute der Branchen-Monitor Buch des Börsenvereins: 
Der März brachte in den meisten Regionen das Ende der langen Ladenschließungen und damit ein sattes Plus bei Absatz und Umsatz. Mit verantwortlich dafür ist auch das Ostergeschäft, das im Vergleich zum Vorjahr vor allem in den März fiel – und dass der Buchhandel im März 2021 an mehr Tagen geöffnet war als im Vorjahresmonat, als der erste Corona-Shutdown begonnen hatte.
Im März 2021 bewegten sich die Umsätze in den Vertriebswegen Sortimentsbuchhandel, E-Commerce, Bahnhofsbuchhandel, Kauf-/Warenhaus sowie Elektro- und Drogeriemarkt zusammen 49,2 Prozent über denen des Vergleichsmonats. Für das erste Quartal des Jahres ergibt sich damit kumuliert ein Umsatzplus von 2,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der Absatz – also die Zahl verkaufter Exemplare – stieg im Vergleich zum März des Vorjahres um 45,2 Prozent. Im Schnitt bezahlten die Käufer*innen im vergangenen Monat 14,08 Euro pro Buch und damit 2,8 Prozent mehr als im Vergleichsmonat.

In der getrennten Betrachtung des Sortimentsbuchhandels fällt der Zuwachs ein paar Prozentpunkte geringer aus: Hier lagen die Umsätze im März 43,2 Prozent über denen des Vergleichsmonats (einschließlich Privatkunden-Rechnungsumsatz während des Lockdowns). Als Bilanz für das erste Quartal diesen Jahres ergibt sich ein Umsatzminus von 20,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Beim Absatz verzeichnet das Sortiment im März ein Plus von 40,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahrsmonat. Die bezahlten Preise stiegen im Schnitt um 2,2 Prozent auf 14,23 Euro.

Die Warengruppen können im März alle zweistellig zulegen (alle Vertriebswege). Die Belletristik – die nach Umsatzanteil bedeutendste Warengruppe – verbucht im März ein Plus von 42,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Hier kann sich die Neuerscheinung „Über Menschen“ von Juli Zeh (Luchterhand) an die Spitze der Bestsellerliste setzen. Platz zwei geht an „Hard Land“ von Benedict Wells (Diogenes), das Ende Februar erschienen ist. Die Taschenbuchausgabe des Erfolgstitels „Der Gesang der Flusskrebse“ von Delia Owens (Heyne) rutscht auf den dritten Platz.

Die Kinder- und Jugendbücher schneiden mit einem Plus von 52,0 Prozent auch im März wieder sehr gut ab. Hier können im Ostergeschäft Longseller punkten: Der meistverkaufte Titel ist „Der Hase mit der roten Nase“ von Helme Heine (Beltz), darauf folgt „Das NEINhorn“ von Marc-Uwe Kling (Carlsen). Auf dem dritten Platz findet sich mit „Sachen suchen: Frohe Ostern“ von Sabine Cuno (Ravensburger) ein weiterer Titel mit saisonalem Bezug.

Die Ratgeber liegen 64,9 Prozent über dem Ergebnis des Vorjahresmonats und das Sachbuch verbucht einen Umsatzzuwachs von 56,4 Prozent. Hier steigt die Neuerscheinung „Die kleinste gemeinsame Wirklichkeit“ von Mai Thi Nguyen-Kim (Droemer HC) auf dem ersten Platz der Bestsellerliste ein. Die Reisebücher – das Schlusslicht der vergangenen Monate – verzeichnen im März ein Plus von 46,2 Prozent, mussten aber auch im Vergleichsmonat schon aufgrund der Unsicherheiten und Einschränkungen durch die Corona-Pandemie besonders große Umsatzrückgänge hinnehmen.
Auch die Wissenschaften können im März deutlich zulegen: Die Warengruppe Geisteswissenschaften, Kunst, Musik verzeichnet ein Plus von 42,2 Prozent, das Segment Naturwissenschaften, Medizin, Informatik, Technik ein Plus von 46,9 Prozent. Bei der Warengruppe Sozialwissenschaften, Recht, Wirtschaft fällt der Zuwachs etwas weniger deutlich aus (plus 26,7 Prozent). Am Ende des ersten Quartals des Jahres liegen die meisten Warengruppen kumuliert über dem Vorjahreszeitraum. Die Belletristik erreicht das Ergebnis des Vergleichszeitraums nicht ganz (minus 1,9 Prozent), besonders deutlich ist der Rückgang weiterhin bei den Reisebüchern (minus 41,4 Prozent).
ie positive Entwicklung am Buchmarkt spiegelt sich auch bei den Editionsformen wider: Die Hardcover/Softcover legen im Vergleich zum Vorjahresmonat 55,6 Prozent zu. Auch die Taschenbücher (plus 28,9 Prozent), Hörbücher (plus 20,8 Prozent) und Karten/Globen (plus 64,1 Prozent) übertreffen das Ergebnis des Vergleichsmonats deutlich. Der Umsatz mit Kalendern stieg im Vergleich zum Vorjahresmonat um sagenhafte 437,2 Prozent. Allerdings ist der Umsatz mit Kalendern in normalen Jahren im März sehr gering. Mit einer nach wie vor hohen Umsatzlücke belegen Kalender in der kumulierten Betrachtung für das erste Quartal den letzten Platz.

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