Erstmals Umsatzdaten erhoben / AG Antiquariat: Internet wird wichtiger

Antiquariate leiden insgesamt weniger unter der Wirtschaftsflaute, im ersten Quartal dieses Jahres wurden dort 2,6 Prozent mehr Umsatz gemacht als noch im Vorjahreszeitraum. Das ergibt die Quartalsumsatzstatistik für Antiquariate vom Institut für Handelsforschung in Köln, die für den Börsenverein erhoben wird. Für Manfred Gast, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Antiquariat im Börsenverein, ist dieses Ergebnis nicht überraschend: “Ich schätze, dass Antiquariate im Durchschnitt etwas weniger Probleme mit der wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland haben als der klassische Sortimentsbuchhandel, denn unsere Käuferschicht ist sehr stabil.“

Trotzdem haben sich die Bedingungen für die Antiquariate in den letzten zehn Jahren verschärft. “Durch die neuen Medien ist der Markt sehr viel transparenter geworden. Dadurch hat sich für die Antiquare der Preiskampf verschärft „, meint Gast. Gleichzeitig belebt das Internet das Geschäft. So wird zwar immer noch der meiste Umsatz von Antiquariaten mit dem Ladenverkauf gemacht – im ersten Quartal 2004 waren es 44 Prozent -, doch immerhin liegt der Verkauf über das Internet bei 33 Prozent. Der Rest des Umsatzes wird über das klassische Versandgeschäft gemacht. “Das Internet nimmt mittlerweile einen sehr großen Raum ein“, meint Manfred Gast. “Viele Antiquare haben umgestellt und arbeiten jetzt zusätzlich mit einer solchen Plattform.“

60 Prozent des Geschäftes werden in Antiquariaten mit Büchern gemacht, die nach 1945 erschienen sind. Dabei dominiert der deutsche Markt: Aber immerhin machen die Antiquare 16 Prozent ihres Umsatzes mit ausländischen Kunden.

In Deutschland gibt es rund 1200 Antiquariate. 265 sind in der Arbeitsgemeinschaft Antiquariat im Börsenverein organisiert. Die Erhebung wurde in diesem Jahr gestartet. Geplant ist, die Datenbasis kontinuierlich zu erweitern.

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