Heute schon gezvabt?

Sie kennen das: Manchmal braucht man am Arbeitsplatz zur Entspannung einfach ein bißchen Ablenkung. „Googlen“ war eine Zeit lang ein weit verbreitetes Hobby: Man googelte nach Kollegen, Verflossenen oder skurrilen Wortkombinationen und freute sich immer wieder, Kurioses zu entdecken.

Ich für meinen Teil stöbere in solchen Momenten gern in Buchdatenbanken. Im Platz der anonymen Stöberer hätte ich wohl den Vorsitz. Ja, ich gestehe, manchmal will ich einfach nur stöbern, ohne zu kaufen und zu lesen; ich will etwas vom Glanz alter Zeiten wiederentdecken, mir den Geruch alter Seiten gedanklich in die Nase holen, durch die Bibliothek von Alexandria flanieren und Anna Amalias wundervolle Sammlungen zumindest auf dem Bildschirm bewundern. Das geht im Netz am besten in Bibliotheksverbunden oder altbewährt auf www.zvab.com.

Schnickschnack

Wenn man nach nichts Bestimmten sucht, empfehle ich, einfach mal lustige Wörter in die Suchmaske zu tippen. Mein Spieltrieb ist groß, und ich schreibe auf der Tastatur SCHNICKSCHNACK. Begeistert stelle ich fest, dass auch das ZVAB Schnickschnack bietet,

und zwar gleich 32-mal, wie mir das Suchergebnis verrät. Doch das Schönste am Schnickschnack ist sein Abbild: Ein Klick und ich lande auf einem Bucheintrag, der mir ein zauberhaftes Bild präsentiert.

1.176,48 Euro lassen meine Augen groß werden. Ich suche in der Buchbeschreibung, finde das Erscheinungsjahr und staune: 1901. Da bin ich wohl gerade mitten in der Kindheit meiner Urgroßmutter gelandet.

Mein Blick schweift weiter und bleibt auf der Schrift des Buchcovers hängen: Aha, kombiniere scharf und stelle fest, dass es im ZVAB doch keinen Schnickschnack, sondern Fitzebutze gibt. Auf Fitzebutzes Spuren suche ich begeistert weiter und denke mir neue lustige Dinge aus. Mit dem ersten hat es ja schon ganz gut geklappt: Mal überlegen, „Kirschblüte“ hat mir als Wort schon immer gut gefallen. Ehrlich gesagt, ich hätte Kirschblüte sogar zum schönsten deutschen Wort gewählt. Aber egal, immerhin werde ich im ZVAB fündig und zwar gleich 62-mal.

Dort klicke ich auf den vierten Eintrag in der Liste, neben dem ein kleines Kamera-Symbol mir bedeutet, dass hier auch meinen Augen etwas geboten wird. Fotos sind in solchen Momenten immer gut! Und schon zeigt mein Bildschirm die nächste Perle an: „Bubi, ich habe eine Radiostation.“ Was dieser Eintrag mit Kirschblüten zu tun hat, ist mir zwar schleierhaft, aber darüber sehe ich generös hinweg. Dieser großartige Titel zaubert mir ein Grinsen ins Gesicht, noch dazu dieses herrliche Cover – und was sehen meine entzückten Augen in der Buchbeschreibung: „Sammelband für Klavier.“ Ein Zeichen des Schicksals! Gott will, dass ich wieder in die Tasten haue. Dummerweise will das auch mein Chef, der gerade hinter mir steht, aber ganz andere Tasten meint. Schade, Stöbern im ZVAB macht immer solchen Spaß…

SAM

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