Zuversichtliche Stimmung auf der 43. Stuttgarter Antiquariatsmesse 2004 bestätigt

Erfreulich gut besucht war die 43. Stuttgarter Antiquariatsmesse 2004, die am vergangenen Sonntag nach dreitägiger Dauer zu Ende ging. Das schöne Januar-Wetter lockte schon zur Eröffnung am Freitag deutlich mehr Bücher- und Graphiksammler – private wie institutionelle – als im Vorjahr in den Württembergischen Kunstverein.

In diesem Jahr waren es besonders die Autographenhändler, die mit ihrer Ware die Begehrlichkeiten geweckt hatten. Bei Eberhard Köstler (Tutzing) waren zum Beispiel unmittelbar nach Eröffnung der Messe die beiden Haushaltungs- und Tagebücher des Künstler-Ehepaares Rudolf und Margarete Schiestl verkauft (3.500 Euro bzw. 1500 Euro).

Sehr zufrieden waren auch die vier renommierten Musikantiquariate, die den Markt für historische Musikalien in einer ungewöhnlich großen Dichte repräsentierten. Die beiden Erstaussteller der Stuttgarter Messe, A. Rosenthal Ltd. (Oxford) und Dr. Ulrich Drüner (Stuttgart), waren von dem gesamten Verlauf und dem Interesse des Publikums sehr angetan und bekräftigten, im nächsten Jahr wieder dabei sein zu wollen.

Ein „Läufer“ erstand die Erstausgabe von Johannes Brahms „Sechs Gesängen für eine Singstimme…“, die von J. Voerster (Stuttgart) angeboten wurde. Die Noten stammten aus dem Besitz von Clara Schumann und enthielten eine eigenhändige Widmung des Komponisten (2.200 Euro).

Bei den Alten Drucken, eine der klassischen und charakteristischen Sparten der traditionsreichen Stuttgarter Messe, wurde im mittleren Preisbereich ebenfalls ansehnlich verkauft. Besonders Rolf Schwing (Heidelberg) ragte mit seinen Verkaufserfolgen heraus. Er konnte für alle im Katalog erwähnten Objekte neue Besitzer finden.

Zu den teuersten Verkäufe der Messe gehören ein Kräuterbuch von Leonhard Fuchs, das Dr. Jörn Günther (Hamburg) für 55.000 Euro absetzen konnte. Bei F. Neidhardt (Stuttgart) gingen unter anderem ein illustriertes Werk der Zoologie (P. Cramer u. C. Stoll, De uitlandische Kapellen … Papillon exotiques, 4 Bände und Supplementband, 1779-91; 28.000 Euro) und ein Fischbuch (I. Salviani, Aquatilium animalium historiae, 1554-58; 19.000 Euro).

Guten Zuspruch fanden auch Titel der Moderne. Herbert Blank (Stuttgart) konnte zehn Titel aus seinem Katalogangebot absetzen. Die Galerie Vömel (Düsseldorf) hatte mit dem Radierung von Reinhold Nägele „Selbst im Atelier“ das Interesse der Schwaben geweckt (1.200 €).

Insgesamt also wurde die Zuversicht der Antiquare nicht enttäuscht. Bei der Jahresmitgliederversammlung des Verbandes Deutscher Antiquare e.V. (VDA) wurde zudem der seit vier Jahren sehr erfolgreich tätige Vorstand für weitere zwei Jahre wieder gewählt: Ulrich Hobbeling (Vorsitzender), Götz Kocher-Benzing (Stellvertretender Vorsitzender), Michael Trenkle (Schatzmeister), Eberhard Köstler und Frank Werner (Beisitzer). In dieser Konstellation wird die Stuttgarter Antiquariatsmesse, die sich als eine der wenigen Messen ihrer Art einer ungebrochenen Beteiligung erfreut, auch im Januar 2005 wieder eine international beachtete Leistungsschau der bibliophilen Antiquariate sein.

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