Buchhandlung Bürmann in Fürstenwalde muss nach 148 Jahren schließen

Zum Ende der Woche schließt ein traditionsreiches Geschäft in Fürstenwalde seine Türen, die Bürmannsche Buchhandlung in der Eisenbahnstraße. Der Familienbetrieb kann auf eine 148-jährige Geschichte zurückblicken.

„Meine Eltern sind beide Mitte 70, haben bisher immer mit ausgeholfen. Sie wollen nun auch in Rente gehen“, sagt Sandra Schumacher (35), die 5. Generation der Buchhandlungs-Dynastie. Eine langjährige Mitarbeiterin sei auch vor kurzem in Ruhestand gegangen.

„Ich bin die Einzige, die übrig bleibt“, so Sandra Schumacher gegenüber der „Märkischen Oderzeitung“. Allein sei das große Geschäft aber nicht zu betreiben, und Fachkräfte anzustellen, sei finanziell nicht möglich. Deshalb hat sich die gelernte Buchhändlerin, die vor zwei Jahren das Geschäft in der Eisenbahnstraße übernommen hat, mit ihren Eltern entschlossen, nicht mehr weiterzumachen.
In DDR-Zeiten war Bürmann die einzige private Buchhandlung in der Stadt. Nach der Wiedervereinigung investierte man viel in den Laden.

„1859 hat sich mein Urgroßvater Wilhelm als Wanderbursche in Fürstenwalde niedergelassen, damals als Buchbinder“, berichtet Jutta Schmutzler aus der Familiengeschichte. Sein Sohn Carl Bürmann war es schließlich, der das Sortiment anbot, das jahrzehntelang mit dem Namen Bürmann verbunden werden sollte: Bücher und Schreibwaren.

Seit 1906 befand sich das Geschäft in dem Haus in der Eisenbahnstraße. Eine kurze Unterbrechung gab es nach dem Krieg. „1946 wurde wiedereröffnet, damals gab es aber keine Bücher. Wir haben uns mit Schreibwaren über Wasser gehalten“, erinnert sich Jutta Schmutzler.

Auf die Frage, welches Buch insgesamt am besten ging, hat Jutta Schmutzler schnell eine Antwort: Es sind die Bildbände über das alte Fürstenwalde mit Fotos von Carl Bürmann.

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