Buchhandlung Oertel kämpft um Weiterbestehen / Insolvenz zunächst beantragt

Ein bitterer Tag für Buchhändler Thomas Schröder. Seit vier Jahren kämpft der Inhaber der Buchhandlung Oertel mit der Konkurrenzsituation in der 30.000-Einwohnerstadt Bad Hersfeld und hat alle Wege der Offensive betreten. Nun musste er zunächst Insolvenz anmelden. Doch noch besteht Hoffnung, dass er seine Existenz retten kann.

„Mit der Eröffnung eines Geschäfts des Filialisten Weltbild 2005 direkt neben unserem Ladenlokal in der Bad Hersfelder Weinstraße hatte die Buchhandlung Oertel mit erheblichen Umsatzschwierigkeiten zu kämpfen“, so Schröder. Damit besetzten vier Läden den Standort. Zahlreiche Maßnahmen, insbesondere ein sehr engagiertes Programm von Autorenlesungen mit u.a. Hellmuth Karasek, Amelie Fried, Michel Friedman, Oskar Lafontaine, Ingrid Noll usw., eine modern ausgestattete Ladeneinrichtung sowie ein eigenes Verlagsprogramm, sollten die Erosion der Unternehmenszahlen bekämpfen helfen. In Sontra hatte er sogar eine Filiale eröffnet, um der Umsatzrückgänge Herr zu werden.

„Genützt hat es bisher nichts“, sagt er. Anfang April mußte das Hauptgeschäft geschlossen werden. In besten Zeiten habe er 1 Mio. Umsatz gemacht, zuletzt seien es nur noch 600.000 gewesen. „Die Leute haben gedacht, bei uns gibt es gute Lesungen und bei Weltbild die Bücher billiger und alle Taschenbücher“, so Schröder.

Die Filiale in Sontra war zu klein, um letztlich eine Insolvenz des Gesamtunternehmens abwenden zu können. Dennoch könnte sie für ihn nun zu einem wichtigen Faktor werden. Zuerst habe der Insolvenzverwalter das Sagen. Aber: „Auch wenn sie derzeit nur 200.000 Euro Umsatz macht, schreibt die Filiale doch schwarze Zahlen. Wenn wir sie mit dem Rechnungskundengeschäft aus Bad Hersfeld verbinden und mit dem Verkauf des Ladens in Bad Hersfeld die Schulden begleichen, dann könnte es weitergehen“, hofft Schröder.

Schröder macht keinen Hehl aus seiner Wut über Weltbild: „Wichtig ist mir folgende Anmerkung: Als Geschäftsführer der Buchhandlung Oertel, der seine Kinder trotz einer protestantischen Herkunft, katholisch getauft hat, kann ich es nicht verstehen, dass ein der katholischen Kirche gehörender Filialist sich in einer 30.000 Einwohnerstadt direkt neben einer Buchhandlung niederläßt und die Existenzgrundlage der Inhaber damit zerstört“, schreibt er in seiner Pressemitteilung.

Kommentare (1)
  1. Die in obigem Artikel artikulierten Fehleinschätzungen lassen einem die Haare zu Berge stehen – besonders der Ausflug ins Kirchen-Bashing.
    Klar: Immer sind andere an der eigenen Unfähigkeit schuld: Amazon, die Kath. Kirche… – Warum hat denn die Hoehlsche mit zwei Standorten in Hersfeld überlebt? Ohne katholische Taufe? Au weia – facepalm facepalm facepalm!

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