Carlsen-Vertriebsleiter Urban van Melis über die Pannen bei „Bis(s) zum Abendrot“

Wie buchmarkt.de berichtete [mehr…], gab es Verstöße gegen den EVT von „Bis(s) zum Abendrot“ von Stephenie Meyer, erschienen im Carlsen Verlag. Auch ein Preisbindungsverstoß durch Amazon hat für Aufsehen gesorgt, der Preisbindungstreuhänder wurde eingeschaltet, Amazon zahlt 10.000 € Vertragsstrafe [mehr…].

Urban van Melis

Großer Unmut herrscht aber auch über die Tatsache, dass der dritte „Bis(s)“ nicht lieferbar ist. Was zuletzt bei „Harry Potter“ so gut geklappt hatte, ist bei „Bis(s)“ schiefgegangen. Warum, wollte buchmarkt.de von Carlsen-Vertriebsleiter Urban van Melis wissen.

buchmarkt.de: Was tut Carlsen gegen Vorabverkäufe und den Preisbindungsverstoß durch Amazon?
Urban van Melis: Zahlreiche Buchhändler – große und kleine Sortimente, Filialisten und Versender – haben bereits vor dem EVT verkauft. Wenn wir davon erfahren haben, haben wir die betreffenden Händler umgehend aufgefordert, den EVT einzuhalten. Erstmalig war dies am Freitag, dem 8.Februar der Fall.
Auch auf den Preisbindungsverstoß von Amazon hat Carlsen sofort reagiert und den Titel beim Anbieter sperren lassen. Jetzt geht der Preisbindungstreuhänder diesem Verstoß nach: Es läuft ein Antrag auf Unterlassung, was mit der Zahlung einer beträchtlichen Summe an das Sozialwerk verbunden sein wird. Ob es darüber hinaus zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung kommen wird, ist derzeit noch offen. Unser Problem ist in solchen Situationen, dass wir immer erst nachträglich reagieren können.

Man wirft Carlsen vor, nicht angemessen zu reagieren …
Wir begrüßen das Vorgehen gegen diesen Preisbindungsverstoß uneingeschränkt! Umso unverständlicher sind die Vorwürfe, mit denen wir in diesem Punkt konfrontiert sind. Denn wir sind nicht dafür verantwortlich, wenn Dritte sich nicht an das Preisbindungsgesetz halten. Für Fehler, die wir selbst machen, stehen wir ein, nicht aber für Gesetzesverstöße, die von einzelnen Händlern begangen werden. Uns erscheint dieser Vorwurf unfair.

Wo sehen Sie Fehler?
Wir sind in einer hoch erfreulichen Situation: Alle wollen „Bis(s) 3“ lesen. Aber damit verbunden ist die missliche Lage: Es gibt nicht genug Bücher. Die Startauflage und zwei Nachproduktionen – immerhin mehr als die insgesamt verkaufte Menge von Band 2 – waren schon vor dem Erstverkaufstag vergriffen. Damit kann man uns keine zu vorsichtige Auflagenplanung vorwerfen.
Jetzt arbeiten wir weiter daran, der plötzlich explodierenden Nachfrage gerecht zu werden und die Nachdrucke noch zu beschleunigen, damit die Auslieferung so schnell wie möglich wieder einsetzen kann. Die weiter auflaufenden Bestellungen müssen so schnell wie möglich ausgeführt werden. Die vierte Auflage ist im Druck, die fünfte in Vorbereitung. Dass wir mit dem immer noch steigenden Bedarf nicht zeitgleich Schritt halten können, bedauern wir sehr.

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