Das Ende einer Buchhandelslegende: Stern-Verlag in Düsseldorf schließt

Gestern nachmittag machte das Gerücht die Runde, weil der Stern-Verlag, Düsseldorfs größte Buchhandlung, wegen einer Betriebsversammlung erst später öffnete.

Heute steht es in der Rheinischen Post: „Das Ende einer Düsseldorfer Institution steht wenige Monate bevor.“

Klaus Janssen, Alleininhaber des Stern-Verlags, bestätigte der Zeitung, „dass das Geschäft an der Friedrichstraße am 31. März schließt“. Das Buchhaus sei mit seinen mehr als 5000 Quadratmetern Verkaufsfläche „heute nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben“.
Ebenfalls geschlossen werden soll die seit 1977 betriebene Filiale auf dem Campus der Düsseldorfer Heine-Universität, berichtet die „Westdeutsche Zeitung“. Für die Fortführung der umfangreichen Versandbereiche gäbe es Konzepte.

Die RP: „Das Aus für das Buchhaus kommt nach 115 Jahren Firmengeschichte. 1900 gründete Ferdinand Studt, der Großvater des heutigen Inhabers, das Unternehmen. Die zweite Generation trat 1927 an seine Stelle, kaufte das Haus an der Friedrichstraße 26 und expandierte dort. Horst und Klaus Janssen wurden 1961 als Erben ihrer Mutter Gesellschafter des Stern-Verlags. Seit dem Tod seines Bruders im Jahr 2004 führt Klaus Janssen das Geschäft als alleiniger Inhaber“.

Seit Jahren hatten sich glaubhaft sogar Gerüchte gehalten, dass Klaus Janssen (in diesem Jahr 80 Jahre alt) über einen Verkauf einer der flächenmäßig größten Buchhandlungen Europas nachdenke, da er auch innerhalb der Familie keine Nachfolgeregelung fand. Und weil sichtbar wurde, dass weniger die neue Konkurrenz am Ort, sondern wirklich das Internet der größte Konkurrent eines auch überregional so bedeutenden Ladens werden würde. Früher wusste man in der Region weit über den Großraum Düsseldorf hinaus: „Wenn ich ein Buch dringend brauche, dann hat das der Stern Verlag in Düsseldorf.“ Duch das Internet war die Fahrt nach Düsseldorf nicht mehr nötig.

Auf Facebook hat sich die Gruppe „Düsseldorf braucht den Stern-Verlag“ gegründet. Dort heißt es u.a.: „Sicher kann man auch all jenen, die nun betroffen lamentieren vorhalten, dass sie viel zu häufig ihren Lesestoff auf der Couch fläzend bei amazon und Konsorten bestellt haben, anstatt den lokalen Buchhandel unterstützt zu haben. Das ändert aber nichts daran, dass Düsseldorf Ende März 2016 ein Unternehmen verliert, das weit mehr als viele andere identitätsstiftend war. Für den lesebegeisterten Düsseldorfer hatte der Stern-Verlag schon immer den gleichen Stellenwert, wie die lokalen Traditionsbrauereien für den passionierten Altbiergenießer.“

Inzwischen ist bekannt: Die ankündigte Schließung betrift auch die Buchhandlung auf dem Uni-Gelände.

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