Douglas nach Einbindung von Thalia Marktführer bei Büchern in Deutschland

„Die Hamburger Traditionsbuchhandlung Thalia (18 Buchhandlungen, rd. 400 Mitarbeiter) und die Hagener Douglas-Tochter Phönix (68 Buchhandlungen) bilden künftig die Thalia Holding GmbH, an der Douglas mit 75% und Thalia (Jürgen Könnecke und Familie) mit 25 % beteiligt sind. Diese Holding betreibt mit jeweils 100 % die Buchhandels-Filialisten Thalia, Phönix und die relativ neuen Schweizer Phönix-Töchter und dortigen Marktführer Jäggi und Stauffacher sowie die Phönix-Beteiligung buch.de und wird mit einem für 2001 geplanten Gesamtumsatz von 600 Millionen Mark auf einen Schlag Marktführer in Deutschland und der Schweiz. Im Detail: Phönix 310, Thalia 155, Jäggi/Stauffacher 110, buch.de 25 Millionen DM. Die Geschäftsführung besteht aus Jürgen Könnecke (Vorsitzender) und Michael Busch (Koordination), Firmensitz wird Hamburg. Geschäftsführungen und Standorte der operativen Firmen bleiben unverändert. Dachmarke für die deutschen Buchhandlungen der neuen Gruppe wird „Thalia“, das heißt, auch die Phönix-Buchhandlungen werden als Thalia firmieren. Ausgenommen von der Umfirmierung aller deutschen Buchhandlungen der Gruppe als „Thalia“ werden Poertgen Herder in Münster , Herder Freiburg und Boysen & Maasch in Hamburg. Jürgen Könnecke nennt als maßgebliches Motiv für den Zusammenschluss von Thalia mit Phönix die „strategische Ausrichtung seines Unternehmens in die Zukunft“, vor allem vor dem Hintergrund, dass seine beiden Töchter „für die Unternehmensführung in der nächsten Generation nicht zur Verfügung stehen“, auch die beiden Söhne seiner Schwester Helga Broeker, die noch am Unternehmen beteiligt ist und als Nachfolger in der Überlegung waren, haben sich „leider“ anders entschieden. Der Zusammenschluss steht natürlich noch unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch das Bundeskartellamt. Aus Gründen der langfristigen Unternehmenssicherung ist die Anbindung an die Phönix-Mutter Douglas strategisch sicher eine vernünftige Entscheidung: Der Konzern meldet für 2000 einen Konzernumsatz von 4,8 Mrd. DM, knapp 19.000 Mitarbeiter und 1.665 Geschäfte. Mit Investitionen von 300 Mio. DM will Douglas in 2001 seine Marktposition nachhaltig ausbauen; dabei liegen die Schwerpunkte im Bereich Parfümerien, Schmuck und Bücher – und in allen diesen drei Bereichen ist der Konzern jetzt Marktführer. Die Folge könnte allerdings sein: Bei jeder neu eröffneten oder übernommenen Buchhandlung muss Könnecke 25% der Investitionen mit finanzieren – was Insider an den Zusammenschluss der damaligen Douglas-Tochter Montanus mit der selbständigen Sortimentsbuchhandlung Phönix Bielefeld erinnert. Deren Inhaberin Hanna Vahle hielt zunächst ebenfalls 25 % an der wachsenden Phönix-Gruppe und fungierte ebenfalls als deren Geschäftsführerin. Bald aber gehörte die gewachsene Phönix-Gruppe komplett dem Douglas Konzern, weil Hanna Vahle auf Dauer das Wachstum nicht mehr mitfinanzieren wollte und konnte. Natürlich aber hat die Nachricht wie eine Bombe nicht nur in Hamburg eingeschlagen, ist sie doch Signal dafür, dass mehr als je zuvor die Zeichen auch im Handel auf Konzentration und Veränderung stehen – und spürbar wird, dass sein sicher richtiger Entschluss, die Zukunft seines Unternehmens so zu sichern, Signalwirkung auch für andere Unternehmen haben wird. Auch Könnecke sieht, dass sein Schritt jetzt andere Firmen, die „wie wir kerngesund sind, aber die Nachfolge lösen müssen“ nachdenklich machen wird. Jürgen Könnecke hatte erst am Mittwoch abend seine Filialleiterinnen- und Leiter über seinen Entschluss informieren können, da er aus aktienrechtlichen Gründen nicht der jährlichen Douglas Bilanzpressekonferenz vorgreifen durfte. Dabei wurde übrigens auch der künftige Douglas – Vorstandschef Henning Kreke (36) vorgestellt; sein Vater Jörg Kreke übernimmt im Juni den Vorsitz im Aufsichtsrat. „

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